Kinderbetreuung in Leonberg OB Kaufmann hofft auf das Gute-Kita-Gesetz

Von Ulrike Otto 

Der Gemeinderat bringt zwei neue Einrichtungen auf den Weg.

Leonberg baut die Kinderbetreuung weiter aus, denn der Bedarf steigt stetig. Foto: dpa
Leonberg baut die Kinderbetreuung weiter aus, denn der Bedarf steigt stetig. Foto: dpa

Leonberg - Als über die Mietcontainer für den Interimskindergarten in Eltingen abgestimmt wird, da gehen im Gemeinderat am Dienstagabend nur 19 Hände für ein „Ja“ nach oben. Elf der 30 anwesenden Stadträte enthalten sich und bezeugen damit ihren Unmut über den Standort auf einer Wiese gegenüber dem Leo-Center in der Leonberger Straße. Von vielen Bürgern, aber auch Gemeinderäten verschiedenster Fraktionen wird dieser kritisch gesehen. Die kurze Diskussion beendet Martin Kaufmann aber schnell. „Ich bitte darum, sich auf die Sache zu konzentrieren. Über den Standort wurde bereits entschieden, jetzt müssen die Container gemietet werden“, sagt der Oberbürgermeister.

Plätze werden kurzfristig benötigt

„Wir wissen, dass wir kurzfristig Plätze schaffen müssen“, macht CDU-Fraktionschefin Elke Staubach deutlich. Auf dem gepachteten Grundstück in der Leonberger Straße/Hohheckstraße sollen Ende Februar die Container für zwei Gruppen mit je 25 Kindern in Betrieb gehen. Eine mit 22 Kindern besteht bereits und ist am OberlinHaus untergebracht. 30 Monate soll die Interimslösung an der Leonberger Straße dauern, bis die neue Kita West steht.

Die zusätzlichen Betreuungsplätze werden dringend benötigt. Allein in Eltingen fehlten am Ende des laufenden Kindergartenjahres im September bereits 20 Plätze, am Ende des Kindergartenjahres 2018/19 sind es weitere 39 Plätze. Am 1. September standen für ganz Leonberg 1695 Kindergartenplätze und 533 Plätze (22 zusätzlich) für Kleinkinder – 386 in Krippen und 147 bei Tages- und Pflegemüttern– zur Verfügung. Für die Hälfte der Ein- bis Dreijährigen gebe es derzeit Plätze.

Drei Neubauten und ein Ersatz sind Planung

Einstimmig fiel daher auch der Beschluss, die Planung der Kita West in Auftrag zu geben. Entstehen soll der sechsgruppige Kindergarten im Bereich Schweizermühle zwischen Kreisel und Supermarkt. Mit dem Bau soll möglichst im Sommer 2019 begonnen werden, 2021 soll er fertig sein. Weiter sind die Pläne bereits bei der Kita Nord auf dem Engelberg. In beiden Fällen sollen über den neuen Einrichtungen Wohnungen entstehen. Bis der Neubau in den Kirschgärten steht, sollen die Kinder dort ebenfalls in Containern interimsweise betreut werden.

Auch finanziell ist das eine riesige Herausforderung für die Stadt Leonberg. Jede der beiden neuen Kitas wird derzeit mit rund 4,7 Millionen Euro veranschlagt, dazu kommen die Kosten für die Interimslösungen. Eine weitere Kita in Warmbronn wird benötigt, der Kindergarten Villa Kunterbunt Höfingen muss erweitert werden. An der Stelle des Ökumenischen Zentrums Ezach soll ein Ersatz realisiert werden für den Ezach- und den Schopfloch-Kindergarten, die in die Jahre gekommen sind.

Stadt zahlt 5000 Euro pro Platz drauf

Schon jetzt gibt die Stadt rund zehn Millionen Euro im Jahr für Erzieher und Betreuer aus – mehr als für die Verwaltungsmitarbeiter. „Ich setze da auf das Gute-Kita-Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey“, sagt Martin Kaufmann. Diese will damit eine kostenfreie Betreuung von kleinen Kindern durchsetzen. „Aber nur, wenn wir als Kommunen die Kosten dafür erstattet bekommen“, meint der Oberbürgermeister und rechnet vor: Jeder U3-Platz in Leonberg kostet 25 000 Euro im Jahr. Rund 6000 davon zahlen die Eltern, etwa 14 000 Euro werden über Zuschüsse von Bund und Land finanziert. Am Ende legt Leonberg also rund 5000 Euro für jeden U3-Platz im Jahr drauf.