Kinderbetreuung in Ludwigsburg Städte kämpfen mit steigenden Kosten fürs Kita-Essen

Kita-Essen: Welche Kosten pro Mahlzeit können Eltern zugemutet werden? Foto: dpa/Georg Wendt

Energie und Lebensmittel werden teurer, viele Caterer wollen die höheren Kosten an die Städte weitergeben – die müssen ihrerseits entscheiden, was sie Eltern zumuten können.

Kornwestheimer Eltern müssen sich auf steigende Essenskosten an den Kitas einstellen. Ab dem 1. September erhöht die Stadt den Preis pro Mittagessen von 3 Euro auf 3,20 Euro. Im ersten Moment klingt die Erhöhung nur nach ein paar Cent mehr, und ja, für finanziell schlechter aufgestellte Familien gibt es Unterstützung bis hin zu kostenlosem Essen für den Nachwuchs – etwa über das Starke-Familien-Gesetz. Dennoch birgt jede Essenspreis-Erhöhung in Kindertagesstätten oder auch Schulen durchaus politische Sprengkraft: In den Gremien diskutieren die Stadträte in Kornwestheim immer wieder darüber.

 

Was soll die Stadt selbst auffangen, was weitergeben?

Die Frage ist dabei oft nicht allein, was das Essen kostet. Sondern: Was sollte die Stadt selbst auffangen und was an die Eltern weitergeben? Teurer wird das Essen derzeit so oder so, die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise machen sich bei den Caterern massiv bemerkbar, hinzu kommt, dass der Mindestlohn gestiegen ist. Aufgrund dieser Ausgangslage gibt es derzeit immer wieder Gespräche zwischen Essenszulieferern und ihren Kunden, in dem Fall Städten und Gemeinden. In Kornwestheim kam einer der Caterer, das Unternehmen Better Taste, auf die Stadt zu und warb um Verständnis. „Man hat die Preise des Caterers akzeptiert, da kurzfristig keine andere Lösung möglich war und eine Neuausschreibung definitiv zu höheren Preise geführt hätte“, heißt es vonseiten der Stadt. Eine Neuausschreibung soll erst zum August 2023 hin erfolgen. Generell beträfen die gestiegenen Kosten ohnehin sämtliche Essens-Zulieferer.

Auch in anderen Städten im Landkreis steht das Thema steigender Lebensmittelpreise und die Frage, wie damit in Kindertagesstätten umzugehen ist, auf der Agenda. Marbach etwa arbeitet für seine Kitas mit zwei Caterern zusammen. In der Schillerstadt geht es um rund 38 000 Essen pro Jahr, die laut Mathias Marmein vom Fachbereich Bildung und Sport derzeit „im Schnitt etwas unter drei Euro“ kosteten. In Marbach rechnet man damit, dass die Caterer demnächst ebenfalls an die Stadt herantreten werden, um Preissteigerungen anzukündigen. „Diese sollen dann an die Eltern weitergegeben werden“, sagt Marmein.

In Ludwigsburg (Essen pro Jahr nach Vor-Corona-Standard: Etwa 176 000/Jahr) haben die Kita-Caterer sich bereits an die Stadt gewandt. „Teilweise konnten sie die Essenspreise aufgrund der globalen Krisen nicht halten und haben um Erhöhungen gebeten“, sagt die Sprecherin Meike Wätjen. Die Stadt habe diesen „nachvollziehbaren Erhöhungen“ zugestimmt. „Es ist derzeit jedoch nicht geplant, die Kostensteigerungen an die Eltern weiterzugeben.“

Kornwestheim liegt im Mittelfeld

Kornwestheim weist darauf hin, auch nach der Preiserhöhung bei den Kommunen im Umfeld Mittelfeld zu sein, was die Kosten angeht, die am Ende bei den Eltern ankommen. „Nur Gerlingen und Marbach sind derzeit günstiger“, heißt es.

Wichtig aus Sicht der Stadtverwaltungen und Gemeinderäte ist zudem der so genannte Kostendeckungsgrad: Während er in Marbach tatsächlich bei 100 Prozent liegt – die Stadt schießt also nichts zu –, finanziert die Stadt Ludwigsburg bis zu 60 Prozent der Essen mit.

Kornwestheim mit seinen etwa 69 000-Kita-Essen pro Jahr liegt bei einem Kostendeckungsgrad von etwa 78 Prozent pro Essen, ein gutes Fünftel des Essenspreises subventioniert die Stadt also. Wobei, heißt es aus dem Rathaus, der Kostendeckungsgrad darunter liege, wenn man manche hierbei noch nicht verbuchten Nebenkosten wie Strom und Wasser einrechne.

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