Kinderbetreuung in Waiblingen wird teurer Rat beschließt höhere Gebühren

Von Annette Clauß 

Eltern müssen in Waiblingen bald rund 20 Prozent mehr für die Kinderbetreuung zahlen. Eine weitere Verteuerung ab September 2018 ist aber vorerst ausgesetzt.

Die Stadt Waiblingen erhöht von September an die Gebühren für die Kinderbetreuung. Foto: Pascal Thiel
Die Stadt Waiblingen erhöht von September an die Gebühren für die Kinderbetreuung. Foto: Pascal Thiel

Waiblingen - Mit einem vorläufigen Kompromiss hat am Donnerstagabend die Debatte um eine Erhöhung der Kindergartengebühren in Waiblingen geendet: Der Gemeinderat beschloss mit 17 zu 15 Stimmen, dass die Elternbeiträge zum 1. September dieses Jahres erhöht werden – und zwar um rund 20 Prozent. Der Beschluss über eine in einem weiteren Schritt geplante zweite Erhöhung zum 1. September 2018 ist jedoch nach einer längeren Debatte zunächst vertagt worden.

Abschied vom Waiblinger Modell?

Bis März 2018 soll nun die Verwaltung mit Vertretern des Gesamtelternbeirats darüber beraten, wie man ein künftiges Gebührenmodell so gestalten könnte, dass es auf mehr Akzeptanz stößt. Seit Jahren richten sich die Kinderbetreuungsgebühren nach dem sogenannten Waiblinger Modell, das die Elternbeiträge nach dem Familieneinkommen festsetzt. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik an der Einteilung der Gehaltsstufen gegeben – etwa daran, dass alle Einkommen über 64 000 Euro in einer Stufe vereint sind.

Wer also 64 000 Euro als Familieneinkommen hat, wird mit demselben Betrag zur Kasse gebeten, wie eine Familie, die über 200 000 Euro jährlich verfügt. Etwas absurd auch, dass eine vierköpfige Familie mit 64 000 Euro laut Gesetz Anspruch auf eine verbilligte Wohnung hat. Die Verwaltung hatte in der Vergangenheit zwar mehrere andere Modelle vorgestellt, die jedoch nie eine Mehrheit im Rat fanden.

Vor dem Beschluss hatte der Oberbürgermeister Andreas Hesky nochmals die finanzielle Lage der Stadt erläutert und betont: „Jeder leistet seinen Beitrag an der Finanzierung des städtischen Haushalts.“ Er räumte allerdings auch ein, dass die Erhöhung der Kitagebühren „in allen Einkommensstufen spürbar ist“. Hesky regte auch den Kompromiss an, der letztlich eine knappe Mehrheit fand: Die Erhöhung zum 1. September 2018, die dafür sorgte sollte, dass der Beitrag der Eltern zehn Prozent der Kosten deckt, ist vorerst vom Tisch.

Treffen mit Gesamtelternbeirat

„Wir freuen uns, dass der Gemeinderat uns als Gesprächspartner akzeptiert und es Bereitschaft für eine Veränderung des Gebührensystems gibt“, sagt Lissy Theurer vom Gesamtelternbeirat. Noch mehr hätte man sich über eine Chance gefreut, auch über die beschlossene Erhöhung um 20 Prozent zu sprechen. Bereits in der kommenden Woche soll es ein erstes Treffen geben.