Kinderbetreuung mit TaPiR Viel Platz für die „Weiler Pusteblumen“

Tochter Finnya half ihrer Mutter Jessica Spreng bei der Eröffnung der ersten Weilemer TaPiR-Einrichtung. Foto: Holger Schmidt

Das Modell „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ (TaPiR) erhält weiteren Zuwachs: Jessica Spreng eröffnet in Weil im Schönbuch eine Einrichtung für Kleinkinder.

Gemeinsam mit Tochter Finnya schneidet Jessica Spreng das rote Band zur offiziellen Eröffnung durch. Nun hat auch Weil im Schönbuch eine „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ (TaPiR). Spreng nennt ihre Gruppe „Die Weiler Pusteblumen“. Die qualifizierte Tagesmutter wird hier Kinder bis zum Alter von drei Jahren betreuen.

 

140 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Knapp die Hälfte sind als Spielzimmer eingerichtet. Dazu gibt es Esszimmer und Schlafraum, Büro, Küche und Badezimmer. In Planung ist bereits die Einstellung einer Vertretungskraft, damit die Eltern auch im Falle der Erkrankung von Jessica Spreng nicht auf die gewohnte Betreuung verzichten müssen.

Bewusst für TaPiR als Form der Kinderbetreuung entschieden

Bei TaPiR betreuen Tagespflegeeltern mehrere Kinder in extra dafür erstellten oder angemieteten Räumen. Zur Schaffung und zum Betrieb dieses Angebots erhalten die Tagespflegepersonen einen Zuschuss von der Kommune.

Parallel zum TaPiR-Modell gibt es im Landkreis Böblingen auch TAKKI, die Tagespflege für Kleinkinder in der eigenen Wohnung. Doch Jessica Spreng hat sich ganz bewusst für TaPiR als Form der Kinderbetreuung entschieden. „Dabei ist das berufliche vom privaten Umfeld getrennt, weil die Betreuung nicht in der eigenen Wohnung stattfindet“, nennt sie den aus ihrer Sicht maßgeblichen Vorteil. Die gelernte Altenpflegefachkraft ist vor zwei Jahren der Liebe wegen von Neckarrems nach Weil im Schönbuch gezogen – jetzt startet sie die Tagespflege in der Karl-Benz-Straße 21.

Von der Gemeinde Weil im Schönbuch, die dadurch ohne eigenes Personal weitere Kinderbetreuungsplätze im Portfolio hat, gibt es einen Mietkostenzuschuss und wie bei TAKKI eine Sach- und Platzkostenpauschale für alle Weil im Schönbucher Kinder.

Spreng hat über die Kinderbetreuung hinaus bereits weitere Ideen, was sie in den Räumen in der Karl-Benz-Straße, wo vorher die Hebammenpraxis „Storchenzentrum“ zuhause war, gerne anbieten würde. Ganz oben auf der Wunschliste steht Kinderyoga für Sechs- bis Zwölfjährige, das sie auch an der Gemeinschaftsschule bereits mit Erfolg anbietet und für das sich der große Spielraum ideal eignen würde.

Fast 50 TaPiRe im Kreis Böblingen

Aktuell gibt es fast 50 TaPiR-Kindertagespflegeeinrichtungen im Kreis Böblingen – mit steigender Tendenz. Die meisten davon mit einem guten Dutzend in Böblingen, gefolgt von Leonberg und Renningen. Und auch in Weil im Schönbuch ist jetzt der Anfang dieser besonderen Betreuungsform gemacht. „Ich bin gespannt, wie sich das bei uns entwickelt“, sagt die Hauptamtsleiterin Kathrin Böhringer.

Info: Jessica Spreng kann in der Karl-Benz-Straße 21 bis zu fünf Kinder von null bis drei Jahren gleichzeitig und zehn Kinder insgesamt betreuen. „Die Weiler Pusteblumen“ sind montags von 7.15 bis 14 Uhr sowie dienstags bis freitags von 7.15 bis 14.30 Uhr geöffnet.

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