Kinderbücher Kleines Format mit großem Erfolg

Von Ulla Hanselmann 

460 Millionen Pixi-Bücher wurden laut dem Hamburger Carlsen Verlag bisher verkauft. Die Miniatur ist das Geheimnis ihres Erfolgs: Die Pixi-Bücher werden sechzig Jahre alt.

Pixi-Bücher eigenen sich als Gute-Nacht-Lektüre: Sie sind nicht zu lang. Foto: Carlsen Verlag
Pixi-Bücher eigenen sich als Gute-Nacht-Lektüre: Sie sind nicht zu lang. Foto: Carlsen Verlag

Stuttgart - Nur zehn mal zehn Zentimeter messen sie, 24 Seiten sind sie stark und zwanzig Gramm schwer. Die Miniatur ist das Geheimnis ihres Erfolgs: Von den bunten Heftchen kann man gar nicht genug haben. Das Miniformat passt auch in die Hosentaschen der Kleinsten, und ein Büchlein kostet mit 99 Cent gerade mal so viel wie eine Kugel Eis. Kein Wunder also, dass Kindergarten-Knirpse wie Leseanfänger zu begeisterten Pixi-Sammlern werden. 460 Millionen Pixi-Bücher wurden laut dem Hamburger Carlsen Verlag bisher verkauft. Heute feiert die laut Verlag „erfolgreichste Bilderbuchreihe aller Zeiten“ sechzigsten Geburtstag: Am 29. April 1954 erschien der erste Band „Miezekatzen“.

Pixi kommt von dem englischen Wort „pixy“, das Kobold bedeutet. Der Verleger Per Hjald Carlsen wollte 1954 qualitativ gut gemachte, aber möglichst preisgünstige Bilderbücher auf den Markt bringen – die ersten Pixis kosteten 50 Pfennig. Die Idee zündet bis heute: Inzwischen gibt es mehr als zweitausend Titel, jedes Jahr kommen rund sechzig neue hinzu. Märchen, Gespenster-, Ritter- oder Tierabenteuer, Mutmach- und Feriengeschichten: die Themen sind bunt gestreut und gehen mit der Zeit. Im Jahr 2005 erschien das erste Pixi-Buch zum Thema Solarenergie: „Ein Sommerhaus für Mia und Jacob“.

Petzi und Co – Begleiter durch die Kindheit

Die Serien, die als Pixi-Buch erschienen sind, haben etliche Generationen durch die Kindheit begleitet. Zu den beliebtesten Reihen zählen die Abenteuer des kleinen, Pfannkuchen liebenden Bären Petzi und seiner Kumpane Pelle, Pingo und Seebär, die Alltagserlebnisse des stets umwerfend gut gelaunten Mädchens Conni oder die „Kikaninchen“-Geschichten. Mit „Pixi Wissen“, „Baby Pixi“ und „Maxi Pixi“ ist die Reihe verkaufsfördernd erweitert worden.

Auf dem knappen Platz sind zudem noch ein paar Besonderheiten untergebracht, die bei Drei- bis Siebenjährigen hoch im Kurs stehen. So können die stolzen Buchbesitzer auf der Innenseite des Titelblatts unter der Zeile „Dieses Buch gehört“ ihren Namen eintragen. Auf der Umschlagrückseite jedes Hefts gibt es einen Spiel- oder Basteltipp oder ein kleines Rätsel. Pädagogen schätzen die Reihe, weil sie schon die Kleinsten an das Medium Buch heranführt und auf attraktive Weise Leseförderung ermöglicht. Auch Eltern sind in der Regel vollauf zufrieden, wenn der Nachwuchs für die Gute-Nacht-Lektüre einen Pixi-Band aussucht: Der hat die richtige Länge, um das Ritual nicht ausufern zu lassen und bietet dennoch runde Geschichten.

Der Erfolg der Marke, die geschützt und ein eingetragenes Warenzeichen ist, hat schon früh Nachahmer auf den Plan gerufen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Kopien. Bei den Sammlern ist freilich das Original am begehrtesten. Seit 1982 ist ein Wichtel mit roter Zipfelmütze und grüner Jacke auf jeder Rückseite abgebildet. Und freilich sind die Pixis inzwischen im digitalen Zeitalter angekommen: als mit Animationen und Toneffekten aufgepeppte App.




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