Kinderensemble der DAT-Kunstschule Böblinger Theatergruppe stellt Film vor

Premierenapplaus für die DAT-Detektive: Die jungen Darstellerriege der Kunstschule Böblingen hat während des Lockdowns einen Film gedreht. Foto: Stefanie Schlecht

Die Theatersparte der Böblinger Kunstschule präsentiert ein weiteres neues Projekt. Am Freitag feierte die Kindergruppe 3 im Städtischen Feierraum Premiere mit dem Kurzfilm „Die DAT-Detektive“.

Böblingen - Eine schwarzvermummte Gestalt rennt durch die Böblinger Innenstadt. Wie ein Ninja in einem Actionfilm sieht sie aus, wie sie da zu tempogeladener Musik im schwarzen Kapuzenpulli und mit schwarzer Maske vor dem Gesicht durch die weißen Säulen der Wandelhalle am Oberen See flitzt. Die schwarze Gestalt rennt vor eine Gruppe von Kindern davon. Es sind Schülerinnen und Schüler der Böblinger Kunstschule. Sie alle sind einem geheimnisvollen Täter auf der Spur.

 

Die hier beschriebene Verfolgungsjagd gehört als rasante Szene zu „Die DAT-Detektive“. Der rund 30-minütige Film ist eine Produktion der Böblinger DAT-Kunstschule. Die Abkürzung DAT steht für die drei Fachbereiche Tanz, Kunst und Schauspiel (Dance, Art, Theater). Und genau um diese Fachbereiche geht es auch in diesem sehr gelungenen Kurzfilm, den Regisseur und Theaterpädagoge Tobias Ballnus mit den jungen Bühnentalenten der Kindergruppe 3 der Böblinger Kunstschule inszeniert hat. Bei der Premiere am vergangenen Freitag im Städtischen Feierraum gab es viel Beifall für die kleinen Leinwandhelden.

Corona-Not macht erfinderisch

Dass die Corona-Not insbesondere die Kulturszene erfinderisch macht, hat sich in den letzten Monaten in Form von vielen Formaten gezeigt. Auch die Theatergruppen der Böblinger Kunstschule fanden während der Lockdown-Zeiten kreative Lösungen – so wie zuletzt das DAT-Ensemble mit seiner pfiffigen Freiluftinszenierung „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ im Wald um den Magstadter Hölzersee.

Einen anderen Weg hat Tobias Ballnus mit der Kindergruppe 3 gewählt. Das zwölfköpfigen Ensemble mit Kindern im Alter zwischen acht und elf Jahren hat die Bühne gegen die Leinwand eingetauscht und sich eine ebenso spannende wie unterhaltsame Geschichte ausgedacht. Der Film rückt einige Böblinger Örtlichkeiten in den Fokus – darunter die Böblinger Seen, die Musikschule in der Herrenberger Straße, das Landratsamt und den Städtischen Feierraum.

Mysteriöse Vorfälle an der DAT-Kunstschule

Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Laura. Das Mädchen, das übrigens wie alle anderen Mitwirkenden mit ihrem tatsächlichen Vornamen in dem Film mitspielt, wünscht sich nichts sehnlicher, als in einem der drei Fachbereiche an der DAT-Kunstschule aufgenommen zu werden. Als ihre Mutter ihr am Telefon mitteilt, dass darauf wohl nichts wird, legt sie zornig und enttäuscht auf. Ein Fehler, denn so bekommt sie nicht mehr mit, dass es sich bei dem Problem lediglich um eine Terminüberschneidung mit Lauras anderen Hobbys handelt.

Weil das Mädchen aber denkt, sie sei abgelehnt worden, will sie es den Lehrkräften und den Kindern an der DAT-Kunstschule heimzahlen. So kommt es zu einer Reihe mysteriöser Vorfälle in der Kunstwerkstatt, im Tanzübungsraum in der Musikschule und schließlich auch im Städtischen Feierraum, der Spielstätte der Schauspielgruppen.

Ganz nebenbei werden die Fachbereiche vorgestellt

Ganz nebenbei und sehr geschickt stellt der Film dabei die verschiedenen Fachbereiche und jeweiligen Leiterinnen vor: Tanzlehrerin Louise Mayer wundert sich, wer ihren „Dancefloor“verdreckt hat, die Kunstpädagogin Susann Wanner vermisst das wertvolle Gemälde einer ehemaligen Schülerin und Prisca Maier-Nieden, die mit ihren Theaterschülern einen Workshop mit Übernachtung anbieten will, wird von einem nächtlichen Störenfried heimgesucht.

Eine Gruppe von DAT-Schülerinnen und Schülern nimmt die Ermittlungen auf. Im Film gehören sie jeweils einem anderen Fachbereich an, tatsächlich sind alle Mitglieder der von Tobias Ballnus geleiteten Theatergruppe. Der Theaterpädagoge ist im Jahr 2018 vom Landestheater Tübingen (LTT) nach Böblingen gekommen.

Viele Ideen kamen aus dem Ensemble

Genau wie seine Chefin, die Kunstschulleiterin Prisca Maier-Nieden, lässt auch er den Schülerinnen und Schülern viel freie Hand beim Entwickeln ihrer Theaterprojekte. So war das auch hier. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In knapp einer halben Stunde vereint die temporeiche und erstaunlich professionell geschnittene Produktion auf kindgerechte Weise Krimi-Elemente mit einer Menge Action, ein paar fein dosierten Gruselmomenten und viel Humor. „Viele Ideen kamen aus dem Ensemble“, bestätigt Ballnus, dass zum Beispiel die beiden Verfolgungsjagden auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder ins Skript kamen.

Komisches Gefühl, sich auf der Leinwand zu sehen

Für Laura, Jule, Julia, Lorena, Arwen, Liana, Lina, Oda, Sophie, Maja, Robin und Tizian war es eine ganz neue Erfahrung, nicht auf der Bühne vor Publikum, sondern vor der Kamera zu spielen. Einige von ihnen sahen den fertigen Film bei der Premiere im Feierraum zum ersten Mal. „Es ist schon komisch, sich da auf der Leinwand zu sehen“, meinte eins der Mädchen, das sich bei der Filmvorführung deshalb immer wieder die Hände vor die Augen gehalten habe.

Das übrige Publikum hat dagegen sehr aufmerksam zugeschaut und am Ende begeistert Beifall geklatscht. Und für Laura gibt es natürlich ein Happy End. Denn – und das ist auch die Botschaft des Films – die DAT-Kunstschule steht allen offen.

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