Kinderglückswerk in Felbach aktiv Wie eine Prinzessin das Lesen fördern will

Autor Fritz Fassbinder und Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg waren schon öfter gemeinsam an Schulen. Mitunter gibt’s beim Thema Krimis sogar Polizeiunterstützung. Foto: privat

An der Hermann-Hesse-Realschule in Fellbach liest der Kinder- und Jugendbuchautor Fritz Fassbinder – dank des Kinderglückswerks und vor allem dank Maria von Sachsen-Altenburg. Die bringt immer besondere Sachen mit in den Unterricht.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Lehrerin Marie Leßnerkraus kann sich auf hohen Besuch in ihrem Unterricht freuen. Denn keine geringere als Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg wird zu Gast sein, wenn Autor Fritz Fassbinder aus seinem Jugendbuch „Die Wärme der Wölfe“ liest. Die Achtklässler der Hermann-Hesse-Realschule in Fellbach-Schmiden bekommen also gleich doppelten Besuch. Der Grund: Der Verein Kinderglückswerk, dem Maria von Sachsen-Altenburg vorsteht, organisiert die Lesung mit dem Autor. „Das wird richtig schön gestaltet. Die Prinzessin von Sachsen-Altenburg bringt zu den Lesungen meist noch etwas zum Essen und Trinken mit und dann wird es ein ganz besonderer Schulvormittag“, sagt Marie Leßnerkraus, die einen Tipp bezüglich des Kinderglückswerks bekam und daraufhin die Aktion an der Hermann-Hesse-Realschule in die Wege leitete.

 

Seit 19 Jahren organisiert das Kinderglückswerk in Stuttgart Lesungen

Seit 19 Jahren organisiert der Verein Kinderglückswerk in Stuttgart Lesungen und Erlebnisse für Kinder, aktuell kümmern sich der Verein und dessen Vorsitzende, Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg, die selbst aus der Ukraine stammt, auch um die vom Krieg traumatisierten Kinder. Vor nunmehr 20 Jahren hat Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg den Verein Kinderglückswerk gegründet. Seitdem ist sie mit ihrem Team aktiv, um benachteiligten Kindern zu helfen – sowohl in Stuttgart und Umgebung als auch direkt in der Ukraine.

Und Leseförderung tut wohl not. Auch in der Region Stuttgart. Das weiß Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg und versucht deshalb, an vielen Schulen aktiv zu sein – sie und ihr Team waren schon mehrmals in Einrichtungen in der Umgebung.

Nun ist der Verein in Fellbach aktiv und hat Fritz Fassbinder eingeladen

Nun organisiert der Verein Kinderglückswerk, bekannt sowohl für seine Leseförderung als auch für die Erfüllung von Herzenswünschen für kranke und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, am 8. Juli die Lesung mit dem Kinderbuchautor Fritz Fassbinder bei den Achtklässlern der Hermann-Hesse-Realschule. „Die Schüler dürfen sich auf eine fesselnde Lesung aus seinem beeindruckenden Buch ,Die Wärme der Wölfe’ freuen. Das Buch behandelt die Wärme falscher Freundschaft, die schnell in gewaltbereite Hitze umschlagen kann“, sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg und fügt hinzu, dass es ihr und dem Verein am Herzen liege, Kinder und Jugendliche zum vermehrten Lesen zu motivieren und die Liebe zu Büchern zu fördern.

Passend dazu bekommen alle Achtklässler ein signiertes Exemplar des Buches geschenkt – genau wie die Lesung selbst finanziert durch Spenden. „Das ist super, denn ich plane, das Buch im kommenden Schuljahr mit den Kindern zu lesen. Auch unsere Klasse ist vielfältig, da passt die Geschichte des Jungen, der von ausländischen Kindern gemoppt wird, sich dann in der rechten Szene Halt sucht und schließlich just von einem ausländischen Kameraden gerettet wird, sehr gut“, sagt die Lehrerin an der Hermann-Hesse-Realschule, Marie Leßnerkraus.

Mit ihren Lesungen, bei denen Kinderbuchautoren eingeladen werden, will das Kinderglückswerk Literatur direkt in die Schulklassen bringen. Dort wird dann nicht nur vorgelesen, sondern auch viel diskutiert und Fragen gestellt. „Dies fördert nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch die kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten“, sagt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg. Die Veranstaltung in der Hermann-Hesse-Realschule in Fellbach ist die erste Lesung des Vereins direkt in Fellbach.

Das Thema ist spannend, gesellschaftskritisch und aktuell

Und dann gleich mit so einem spannenden, aktuellen und gesellschaftskritischem Thema: Fritz Fassbinder – seine Zusammenarbeit mit der Polizei inspiriert ihn zu seinen Buchthemen – gibt Einblicke in die Fußballszene der sogenannten Ultras und entlarvt die Gefahren und Konsequenzen rechter Radikalisierung. „Ich habe das Buch selbst schon gelesen und war beeindruckt. Es ist leicht und schön zu lesen und das Thema ist sehr wichtig“, sagt die 25-jährige Lehrerin, der es wichtig ist, die Schüler bezüglich der möglichen Auswirkungen von Radikalisierungen zu sensibilisieren. „Das passt im kommenden Schuljahr themenübergreifend gleich in mehreren Schulfächern“, sagt Marie Leßnerkraus.

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