Kinderhaus evakuiert Feuerwehreinsatz und Heizungsausfall in Unteraichen – was ist da los?
Vor etwa zwei Wochen musste die Feuerwehr zum Helme-Heine-Kinderhaus in Leinfelden-Echterdingen ausrücken. Jetzt steht die Ursache für den Alarm fest.
Vor etwa zwei Wochen musste die Feuerwehr zum Helme-Heine-Kinderhaus in Leinfelden-Echterdingen ausrücken. Jetzt steht die Ursache für den Alarm fest.
Bis jetzt wurde ein Schwelbrand als Ursache für eine Notfallsituation im Kinderhaus Helme Heine in Unteraichen vermutet, verursacht durch einen intensiven Gebrauch von Heizlüftern. Ein Geruch von Angebranntem sei wahrgenommen worden, ebenso eine minimale Rauchbildung, weshalb die Kinder sofort das Haus verlassen mussten. Der tatsächlich Grund für den Alarm steht nun fest.
Benjamin Dihm, erster Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, sagt: „Es ist eine Drehstrombrücke verschmort, was zu einer, in diesem Fall ordnungsgemäßen Auslösung der Sicherung führte“. Heizlüfter seien an diesem Tag gar nicht in Betrieb gewesen, da die für dieses Haus eigentlich eingerichtete Pellet-Heizanlage wieder funktioniert habe. „Das Problem muss im Bereich der Küche gelegen haben“, kann Dihm inzwischen feststellen, da der herausgeflogene Sicherungs-Schutzschalter für die Küche zuständig gewesen sei. Die Fachfirma für solche Dinge sei gleich nach dem Feuerwehreinsatz vor Ort gewesen und habe die Anlage wieder instand gesetzt.
Deshalb konnte der Kindergarten-Betrieb auch schon am selben Tag nach dem Einsatz wieder aufgenommen werden. Wie bei derartigen Notfalleinsätzen üblich, mussten die Kinder einige Zeit im Freien ausharren, zum Teil in Hausschuhen und ohne Jacken. Einen Stromausfall in manchen Räumen haben auch einige vom Betreuungspersonal des Kindergartens wahrgenommen – kurz vor dem Brandgeruch. Heute wird vermutet, dass die Ursache dafür am allgemeinen Verschleiß liegt.
Die Heizlüfter sind manchmal in Betrieb, da die 2018 eingebaute Pellet-Anlage störanfällig ist. Dihm bestätigt, dass derartige Anlagen störungsanfälliger seien als Gas- oder Ölanlagen. Und von einem Betriebsalter von 30 Jahren an entsprechen sie meist nicht mehr den geltenden Klimaschutz- und Energievorschriften. Sie werden deshalb durch andere Techniken ersetzt. Da das Heine-Haus älteren Jahrgangs und energetisch noch nicht saniert ist, sei die Pellet-Heizung die sinnvollste Art der Wärmegewinnung gewesen.
Und da muss die Stadt jetzt wohl Geld in die Hand nehmen, um das Kinderhaus wieder auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Das zeigt auch der Blick zurück. So sei laut Dihm eine Störung gemeldet worden am 7. Januar. Die dafür zuständige Wartungsfirma konnte in diesen Tagen aber nicht anrücken, deshalb sei sie provisorisch behoben worden. Aber Provisorien heben nun mal nicht lange, deshalb kam es am 19. Januar erneut zu einer Störungsmeldung. Da war dann die zuständige Wartungsfirma am 20. Januar vor Ort. „Seitdem läuft die Anlage wieder. Und die Heizlüfter, die als kurzfristiger Übergang gedient haben, konnten außer Betrieb genommen werden“, so Dihm.
Eine Konsequenz aus der Sache lautet: Die Überprüfung der elektrischen Anlagen, vorgesehen für irgendwann im Laufe dieses Jahres, wird nun sehr zeitnah erfolgen, „um etwaige Problempunkte im Vorfeld zu erkennen und zu beheben“, so Dihm. So stellt der Bürgermeister abschließend fest: „In einer technischen Anlage steckt keiner von uns drin und es kann leider immer zu überraschenden Ausfällen kommen. Dies betrifft im Übrigen alle Gebäude, egal ob privat oder städtisch. Als Stadtverwaltung sind wir aber immer schnell dabei, schnellstmöglich und umgehend bei Störungen zu reagieren.“ So sei ja auch das Kinderhaus am selben Tag wieder eröffnet worden.
Doch mit guten Worten allein ist es nicht getan, denn es geht weiter mit den Störungen: „Am Montag dieser Woche waren laut dem stellvertretenden Leiter wieder zehn Grad in dem Kinderhaus, weil die Heizung ausgefallen ist“, so Manuel Herre, Vorsitzender des Elternbeirats des Kinderhauses: Die Kinder seien zunächst alle in einen Raum gebracht worden, der – abermals – behelfsmäßig mit Heizlüftern beheizt wurde. Herre: „Um 9.44 Uhr kam die Nachricht, dass wieder alle Kinder um 12 Uhr abgeholt werden müssen. Und um 14.06 Uhr kam die Nachricht, dass der Notdienst das Problem an diesem Montag nicht beheben konnte und deshalb auch an diesem Dienstag keine Betreuung stattfindet.“
Herres Fazit: „Damit sind wir in diesem Jahr bereits bei fünf Tagen Betreuungsausfall.“ Inzwischen war auch hier die Reparatur erfolgreich, seit diesem Mittwoch ist die Kita Helme-Heine wieder offen. „Die technische Ursache für die wiederholten Störungen konnte gefunden und behoben werden. Wir sind optimistisch, dass die Heizung nun wieder dauerhaft funktioniert“, so Carl-Gustav Kalbfell, Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, zuständig unter anderem für Schulen, Jugend und Vereine.
Auch Herre hat mit Dihm gesprochen und als vorübergehende Lösung ein Heizmobil vorgeschlagen, doch Dihm habe abgelehnt: „Er will die Ursache finden und beheben“, so Herre, „das ist im Grunde eine löbliche Einstellung. Aber das hilft nicht, wenn die Kita schließen muss, weil es kalt ist.“ So richtet sich der Blick nach vorne und damit auch auf den Sanierungsplan für Kitas und Schulen der Stadt. Den gebe es zwar, aber laut Herre sei er nicht öffentlich bekannt gegeben. Er kann sich da vorstellen, dass sich aufgrund der hier geschilderten Vorfälle etwas ändert an der Prioritätenliste.