Kinderhaus Galileo in Stuttgart-Dürrlewang Doppelter Grund zur Freude

Von Wiebke Wetschera 

Das Kinderhaus Galileo in Stuttgart-Dürrlewang hat seinen neu gestalteten Garten eröffnet und ein Zertifikat für gesunde Ernährung erhalten. Ein paar Wünsche hat der Kindergarten aber noch.

Laola – die Kindergartenkinder haben sich gefreut, nach viermonatiger Bauzeit den neu gestalteten Garten wieder in Besitz nehmen zu können. Foto: Wiebke Wetschera
Laola – die Kindergartenkinder haben sich gefreut, nach viermonatiger Bauzeit den neu gestalteten Garten wieder in Besitz nehmen zu können. Foto: Wiebke Wetschera

Dürrlewang - Laola, heute ist Eröffnungstag“, sangen die Kinder vom Kinderhaus Galileo zusammen mit ihren Erzieherinnen zur Feier des Tages. Und jedes Mal, wenn sie das Wort „Laola“ riefen, hoben alle die Hände freudig zum Himmel, denn der evangelische Kindergarten hatte gleich zwei Gründe zum Feiern: die Eröffnung des neuen Gartens und die Entgegennahme des Beki-Zertifikats für gesunde Ernährung in Kindergärten. Das Lied haben die Kinder und Erzieherinnen selbst gedichtet.

„Ihr habt so lange Geduld gezeigt, und jetzt ist es endlich soweit. Wir können wieder in unserem eigenen Garten spielen“, sagte die Leiterin Birgit Lehmann zu den Kindern. Dann schnitt die Pfarrerin der Stephanuskirche, Heike Meder-Matthis, die rote Schleife durch und die Kinder stürmten das Gelände. Vier Monate lang haben die Umbauarbeiten gedauert. In dieser Zeit diente der Pfarrgarten der Stephanuskirche den Kindern als Ersatz. „Die Kinder waren schon ungeduldig, mache hatten schon Sehnsucht nach dem Sandkasten“, sagte Lehmann.

Auch die Eltern sind in das Projekt eingebunden

Während der Umbauarbeiten wurde einiges ausgetauscht. Der Bodenbelag, der Sandkasten und eine Schaukel sind neu. „Das Klettergerüst hat einen Fallschutz bekommen“, sagte Gerhard Kiefer, Mitglied im Kirchengemeinderat und im Bauausschuss. Außerdem gibt es einen neuen Zaun, der das Gelände umrahmt. Die Spielgeräte sind ansonsten aber die gleichen geblieben. „Wir können uns noch steigern, aber man soll ja auch noch Wünsche haben“, sagte Lehmann. Für die Kinder waren die Bauarbeiten nicht nur eine Zeit des Wartens bis zur Eröffnung, sondern vor allem auch eine Zeit voller neuer Erfahrungen. „Sie waren fasziniert von den Baufahrzeugen“ sagte Lehmann. „Und es gab auch eine Wortschatzerweiterung durch die verschiedenen Maschinen und was alles gemacht wurde.“

Das Beki-Zertifikat wurde dem Kindergarten von Beate Ramminger-Guderlei verliehen. Sie ist die Koordinatorin der Landesinitiative „Beki – Bewusste Kinderernährung“ und sagte: „Das Zertifikat zeichnet Kindergärten aus, die sich für ausgewogene Ernährung einsetzen.“

Kinder lernen auch den Misserfolg

Das Kinderhaus Galileo hat unter anderem Frühstücksmappen für die Eltern entwickelt, Elternnachmittage zum Thema Ernährung veranstaltet sowie die Speisepläne angepasst, und sich damit für die Auszeichnung qualifiziert. Auch der eigene Anbau von Obst und Gemüse begeisterte die Initiative: „Von der Aussaat bis zur Ernte wird das hier alles verarbeitet, und damit lernen die Kinder das Essen vom Acker bis zum Teller kennen“, sagte Ramminger-Guderlei.

Dieses Gefühl für Nachhaltigkeit sei ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit im Kindergarten, sagte Lehmann. „Mit dem Anbau lernen sie auch, Geduld dafür zu entwickeln und natürlich lernen sie auch den Misserfolg kennen, wenn die Schnecken kommen“, sagte Lehmann. Das würden die Kinder auch an ihre Eltern weitergeben. „Teilweise sagen die Kinder zu ihren Eltern: Mama, da liegt Müll, das müssen wir aufheben“, sagte Lehmann. Am Dienstagnachmittag hatten die Kinder aber erst mal nur eines im Kopf: endlich den neuen Garten in Besitz nehmen.

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