Zum 20-jährigen Bestehen eröffnet der Kinderhospizdienst Sternentraum die Ausstellung „Ich bin …“. Die Bilder erzählen von kurzen Leben – und von einer Arbeit, die Familien Halt gibt.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Kein Pomp, kein lauter Jubel – sondern Stille. Tiefe, sprechende Stille. So beginnt das Jubiläumsjahr des Kinder- und Jugendhospizdienstes Sternentraum, der 2026 auf 20 Jahre einfühlsame Begleitung von Familien in Ausnahmesituationen zurückblickt. Ein Jahr, das mit einer Einladung beginnt: innezuhalten.

 

Den Auftakt bildet die Fotoausstellung „Ich bin …“ der Dein-Sternenkind Stiftung, die vom 14. bis zum 17. Januar in den Räumen des Hospizdienstes zu sehen ist. Die Vernissage findet am 14. Januar um 19 Uhr statt – mit dabei ist Thilo Ortmann, Fotograf und stiller Chronist eines Lebens, das nur kurz währte.

Sternenkinder: Ausstellung schenkt Sichtbarkeit und Würde

Die ausgestellten Bilder zeigen Sternenkinder: Babys, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Ihre Namen bleiben oft ungenannt, ihre Gesichter verborgen, ihr Schicksal ungeteilt. Doch diese Ausstellung schenkt ihnen, ihren Familien – und auch dem Thema Trauer – ein Gesicht, Raum und Würde.

Die Ausstellung rückt die leise Kraft der Trauer ins Licht. Foto: Stiftung Dein Sternenkind

Wie der Kinderhospizdienst mitteilt, möchte die Schau nicht nur zum Erinnern und Innehalten einladen, sondern auch die leise Kraft der Trauer ins Licht rücken. Und die Arbeit der Stiftung Dein-Sternenkind würdigen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, kostenlos professionelle Fotos dieser Kinder anzufertigen – als bleibendes Andenken, das tröstet, wenn Worte fehlen.

Ein Jubiläumsjahr zwischen Trauer, Trost und Lebensmut

Unter dem Motto „Es sind die Begegnungen, die uns verbinden“ lädt Sternentraum das ganze Jahr über zu Veranstaltungen ein, die Verlust und Hoffnung, Abschied und Leben, Wissen und Gefühl miteinander verbinden.

Die Programmpunkte reichen vom Vortag über Kinder und Tod am 13. Januar in Fellbach bis zum ökumenischen Gedenkgottesdienst am 13. Dezember in Backnang. Dazwischen: Theater, Fortbildung, Kunst und Spiritualität – fein verwoben zu einem Kaleidoskop der Trauerkultur.

Zu den Veranstaltungen gehören unter anderem:

  • Spendenlauf „Traumlauf für einen guten Stern“ am 17. Mai in Stuttgart
  • Benefizabend mit Wetterexperte Sven Plöger am 12. Mai in Schorndorf
  • Kunstaktionen auf Friedhöfen, wie am 14. Juni in Plüderhausen
  • Spaziergänge auf Besinnungswegen, etwa am 4. Juli in Fellbach
  • Vorträge zur kindlichen Trauer und Begleitung, zum Beispiel am 18. Juni in Welzheim
  • Theaterstück für Kinder: „Hey, ich bin der kleine Tod …“ am 18. März in Waiblingen
  • Gedenkfeier am 17. April, Ausstellung „Hoffnungszeichen“ im April und Kunstaktionen im Herbst

Sternentraum: Zwei Jahrzehnte Halt für trauernde Familien

Seit zwei Jahrzehnten ist der Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentraum ein Anker für Familien, deren Alltag von einem unausweichlichen Abschied überschattet wird. Ein Netzwerk aus Ehrenamt, Fachlichkeit, Mitgefühl – getragen von Menschen, die zuhören, da sind, begleiten.

Ob es sich um schwerstkranke Kinder handelt oder um Eltern, deren Baby nur wenige Stunden lebte – hier wird nichts verdrängt, nichts bagatellisiert. Die Würde eines jeden Lebens, so kurz es auch währt, steht im Mittelpunkt.

„Jedes Leben besteht aus einer Kette von Reisen“, heißt es in einem Zitat des Dein-Sternenkind-Initiators Kai Gebel. Manche dieser Reisen dauern nur wenige Stunden. Doch auch sie verdienen, gesehen, begleitet und erinnert zu werden.

Das Jubiläumsjahr von Sternentraum soll nicht nur feiern, sondern sichtbar machen: Trauer gehört zum Leben. Und jedes Leben – sei es auch noch so kurz – verdient Erinnerung, Würde und Begleitung.

Mehr Informationen zum Programm und zur Arbeit des Dienstes gibt es auf: www.kinderundjugendhospizdienst.de