Kinderklinik Olgäle in Stuttgart „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung“

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„Das System ist am Kollabieren“, warnte die stellvertretende Stationsleiterin der K 1, Anita Schmid, die im Namen der Pflegekräfte sprach. Sie berichtete über praktische Folgen des Personalmangels: Kinder würden verspätet Nahrung bekommen, auch Schmerzmittel und Antibiotika würden später verabreicht. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung“, forderte Schmid. Auch der Oberarzt Eberhard Maaß appellierte für „Stuttgarter Maßnahmen, die kurzfristig erfolgen“. Und der Chefarzt Stefan Bielack sagte: „Wir möchten eine rasche Rückkehr zur vollen Funktionsfähigkeit.“ Sie seien immer noch stolz, im Olgäle zu arbeiten. Die Betriebsgruppe Klinikum hat in einem Flugblatt Maßnahmen aufgelistet, die sie zur Entlastung fordert, darunter sind ein Springerpool, um Ausfälle zu kompensieren, sowie ein Patientenbegleitdienst.

Alle Fraktionen zeigten sich beeindruckt angesichts der Berichte. Einigkeit herrschte darüber, dass die Verantwortung für die Unterfinanzierung der Krankenhäuser beim Bund liegt. „Wir wollen das Olgahospital vom massiven Druck befreien“, sagte Silvia Fischer (Grüne). Man wolle aber auch nicht einfach Zahlmeister sein. Sie regte den Aufbau eines Puffers an, um die Umzugssituation aufzufangen. Aus der CDU kam das Signal von Helga Vetter, dass man auch über 2013 hinaus – allerdings nicht langfristig – noch einen Zuschuss gewähren könnte. Maria Hackl von der SPD forderte Lösungsvorschläge ein. „Wenn Überstunden in volle Stellen umgerechnet werden, ist etwas schräg“, kritisierte sie.

Wölfle kündigte an, die Verwaltung werde eine Resolution gegen die Unterfinanzierung des Kinderkrankenhauses erarbeiten, die vom Gemeinderat verabschiedet und dann an den Bund übermittelt werden soll. Die Idee war von der CDU sowie SÖS/Linke aufgebracht worden. Am 8. März soll zudem eine Protestveranstaltung aller Stuttgarter Krankenhäuser im Rathaus stattfinden, bei der es um die Unterfinanzierung geht.

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