Die Kinderkrimiwochen bieten jungen Krimifans die Möglichkeit Autoren hautnah zu erleben. In Workshops und Rätselspielen dürfen sie selbst aktiv werden.

Stuttgart - Isabel Fezer, die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, sieht an diesem Mittwochvormittag anders aus. „Die Bürgermeisterin hat heute keine Zeit“, schwindelt sie mit verstellter Stimme im vierten Stock des Rathauses. Sie lässt sich auf ein rotes Sofa nieder, vor ihr auf den Stufen sitzen Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Wilhelm-Hauff-Schule. Isabel Fezer trägt ein kariertes Cape, eine Mütze im gleichen Muster, eine Pfeife in der einen und eine große Lupe in der anderen Hand. Die Kinder erraten gleich, um wen es sich handelt: „Sherlock Holmes“, rufen sie. „Bürgermeisterin“, sagt ein Schüler und lacht.

Isabel Fezer eröffnet mit ihrer kleinen Schauspielerei die Stuttgarter Kinderkrimiwochen, die aufgrund des großen Erfolgs der Premiere im vergangenen Jahr erneut vom Jugendamt der Stadt und der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft veranstaltet werden. Das Programm richtet sich an Horte, Schulklassen, Familien und Kinder. An den zwölf Tagen können die Kleinen Krimiautoren kennenlernen und Theateraufführungen besuchen, aber auch selbst in Workshops und Schreibwerkstätten kreativ werden.

Die Kleinen werden über Krimis ans Lesen herangeführt

„Nicht nur Erwachsene sind fasziniert von Krimigeschichten, sondern auch Kinder“, sagt Heike Simmerlein vom Jugendamt. Natürlich müsse es in Krimis für Kinder ein glückliches Ende geben, bei dem das Gute über das Böse siegt. „Wir möchten über die Kinderkrimiwochen die Kleinen wieder stärker ans Lesen heranführen“, sagt Heike Simmerlein. „Das funktioniert über das Medium Krimi hervorragend: Es ist geschlechterübergreifend, spannend und steigert beim gemeinsamen Ermitteln das Gemeinschaftsgefühl.“

Schon an diesem Morgen dürfen die Schülerinnen und Schüler detektivisch tätig werden. Isabel Fezers Lederkoffer, den sie neben das rote Sofa gestellt hat, wird während ihres Gesprächs mit den Kleinen von einem Mann geklaut. Gemeinsam mit einem Ermittler der Stuttgarter Polizei werden Hinweise gesammelt. Das Alter des Mannes wird geschätzt, besondere Merkmale aufgezählt und letztendlich mithilfe des echten Ermittlers ein Phantombild am Computer erstellt. Aus verschiedenen Teilen formt sich das Gesicht des Täters, die schmalen Wangen, der Bart, die Brille und schließlich der schwarze Hut auf dem Kopf.

Als der Täter gefasst ist, macht Isabel Fezer den Platz frei für eine berühmte Bestseller-Autorin. Nele Neuhaus nimmt auf dem roten Sofa Platz, erzählt ihren Zuhörern, wie sie zum Schreiben von Krimis gekommen ist und liest einige Passagen aus ihrem Pferdekrimi für Kinder „Das Geheimnis der Oaktree-Farm“ vor.

Alle Infos unter www.kinderkrimiwochen.de

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