"Kindle Fire" kommt Amazon macht iPad Konkurrenz

Soll nur knapp 200 Dollar kosten: Amazon-Chef Jeff Bezos bei der Präsentation des hauseigenen Tablets. Foto: dpa
Soll nur knapp 200 Dollar kosten: Amazon-Chef Jeff Bezos bei der Präsentation des hauseigenen Tablets. Foto: dpa

Amazon startet mit einem eigenen Tablet­-Computer. Der "Kindle Fire" soll etwa 200 Dollar kosten.

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New York - Das iPad von Apple bekommt einen neuen starken Rivalen: Der weltgrößte Einzelhändler Amazon startet mit einem eigenen Tablet­-Computer.

Das Gerät mit dem Namen Kindle Fire soll nur knapp 200 Dollar kosten, wie Amazon am Mittwoch in New York ankündigte. Damit wird für das Amazon-Tablet nicht einmal die Hälfte der rund 500 Dollar fällig, die für das günstigste iPad hingelegt werden müssen.

Kindle mit 7 Zoll-Bidschirm

Dem Amazon-Tablet wird zugetraut, zum stärksten Konkurrenten für das iPad zu werden, weil der Online-Händler ebenso wie Apple über eine breite Palette an Inhalten wie Bücher, Filme, Musik und Apps verfügt. Zudem will Amazon mit einer Reihe günstiger Kindle-Lesegeräte seine führende Position auf dem Markt für einfache E-Book-Reader zementieren.

Das Kindle Fire ist allerdings mit einer Bildschirmdiagonalen von 7 Zoll (17,8 cm) kleiner als das iPad. Eine Mobilfunk-Verbindung ist nicht vorgesehen, sondern nur WLAN. Apple hatte sich stets dagegen ausgesprochen, Tablets mit einem 7-Zoll-Bildschirm zu bauen, weil dies zu klein sei.

Das Kindle Fire läuft mit dem Google-Betriebssystem Android - allerdings in einer "abgenabelten" und von Amazon selbst weiterentwickelten Version.

Das iPad ist rund eineinhalb Jahre nach dem Marktstart nach wie vor das Maß aller Dinge im Tablet-Geschäft. In den vergangenen Monaten kamen zwar viele konkurrierende Geräte heraus, doch Apple hält nach Einschätzung von Experten immer noch rund drei Viertel des Marktes.

Amazon hat starke Inhalte-Plattform im Rücken

Mit dem TouchPad von Hewlett-Packard wurde zuletzt ein iPad-Herausforderer nach nur wenigen Wochen auf dem Markt aus dem Verkehr gezogen. Auch das Playbook des Blackberry-Anbieters Research In Motion verkauft sich laut Medienberichten schlecht. Etwas besser läuft es für die vielen Android-Tablets, allerdings wurde keines davon auch nur annähernd zu einem Verkaufshit wie das iPad. Zudem schießt Apple mit Ideenklau-Vorwürfen vor allem gegen Samsung.

Amazon hat aber etwas, was andere Konkurrenten nicht haben - eine ähnlich starke Inhalte-Plattform wie Apples iTunes Store. Der Online-Händler hat in den vergangenen Jahren seine Palette an online verfügbaren Inhalten Schritt um Schritt ausgebaut. Allerdings blieben einige Angebote wie der Dienst zum Speichern von Musik in der Internet-Cloud, die Film-Downloads oder die Plattform für Android-Apps bisher US-Kunden vorbehalten. Oft verzögern komplexe Verhandlungen mit Rechteinhabern einen internationalen Start, so kam zum Beispiel auch Amazons Kindle deutlich später nach Europa.

Der Online-Händler kann auf dem Erfolg seines Kindle-Lesegeräts für digitale Bücher aufbauen. Am Mittwoch stellte Amazon-Chef Jeff Bezos ein neues Kindle-Lesegerät für elektronische Bücher mit einem Schwarz-Weiß-Bildschirm vor, das man ebenfalls mit dem Finger steuern kann. Das Kindle Touch soll 99 Dollar kosten, mit Mobilfunk-Verbindung 149 Dollar. Einen gewöhnlichen Kindle-Reader gibt es jetzt für nur noch 79 Dollar. Er dürfte ein Hit im kommenden Weihnachtsgeschäft werden.

 

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