Das Kino auf der Esslinger Burg ist eröffnet, und zum Auftakt gab es den traditionellen Ehrenamtsabend: Rund 3000 Engagierte waren Gäste der Stadt.
Das Kino auf der Esslinger Burg ist eröffnet, und gleich zum Auftakt gab’s eine ganz besondere Veranstaltung: Rund 3000 engagierte Bürgerinnen und Bürger erlebten einen stimmungsvollen Abend im Filmpalast unter dem Sternenzelt, wo das Kommunale Kino bis 9. August allabendlich Livemusik und starke Filme präsentiert. Mit dem Ehrenamtsabend, der seit 2001 seinen festen Platz im Programm des Open-Air-Filmfestivals hat, bedankt sich die Stadt alle Jahre wieder bei denen, die sich übers Jahr uneigennützig für die Allgemeinheit einsetzen.
Wie wichtig diese wertschätzende Geste vielen ist, hat sich 2024 gezeigt, als die Stadt aus Kostengründen den Ehrenamtsabend zunächst gestrichen und dafür vehemente Proteste aus der Bürgerschaft geerntet hatte. Später lenkte die Stadt ein und OB Matthias Klopfer versprach: „Solange ich Oberbürgermeister bin, wird das Geld für den Ehrenamtsabend in Zukunft immer im Haushalt stehen.“
Esslinger Oberbürgermeister lobt ehrenamtlichen Einsatz
Entsprechend reibungslos ging der Ehrenamtsabend in diesem Jahr über die Bühne. Rund 3000 kostenlose Tickets, die ausschließlich für engagierte Bürgerinnen und Bürger reserviert waren, waren binnen zwei Tagen restlos vergriffen. Und weil die Stadtwerke Esslingen und deren Tochtergesellschaft SolarES mit im Boot waren, dürfte auch die Finanzierung dem Finanzbürgermeister keine schlaflosen Nächte beschert haben.
Dass jeder Cent gut angelegt ist, machte der Oberbürgermeister deutlich: „Es ist bemerkenswert, mit welcher Leidenschaft und Tatkraft Sie sich für andere einsetzen. Unsere Stadt lebt von Ehrenamt und gutem Miteinander.“ Diesen Zusammenhalt gelte es gerade in diesen Zeiten konsequent zu stärken. Dass solcher Einsatz aller Ehre wert ist, ist für Matthias Klopfer keine Frage: „Ehrenamtliches Engagement ist nicht selbstverständlich, aber unverzichtbar.“ Wie sehr dieser Einsatz geschätzt werde, solle dieser Abend zeigen.
Für den Ehrenamtsabend hatte das Kommunale Kino den idealen Film ausgewählt: Die Verfilmung von Carsten Henns warmherzigem Bestseller-Roman „Der Buchspazierer“. Erzählt wird die Geschichte des alten Buchhändlers Carl Kollhoff (Christoph Maria Herbst), der Tag für Tag im Hinterzimmer eines Buchladens steht und sorgfältig Bücher in Papier einschlägt, um sie zu den Stammkunden zu bringen. Für jeden seiner Kunden bedeuten die Besuche des alten Mannes etwas ganz Besonderes, weil er mit Literatur Farbe in ihr Leben bringt. Auf einem seiner Rundgänge heftet sich die neunjährige Schascha (Yuna Bennett) an seine Fersen. Widerwillig lässt sich Carl auf das kesse Mädchen ein, das ihn fortan auf seinen Botengängen begleitet. Rasch gewinnt Schascha die Herzen von Carls treuen Stammkunden und wirbelt nicht nur deren Leben gehörig durcheinander, sondern bringt auch Carl dazu, aus seiner eigenen Welt auszubrechen und sich zu öffnen ...
„Der Buchspazierer“ zum Auftakt der Kinoabende auf der Burg
„Einen schöneren Film hätte man für diesen Abend nicht auswählen können“, befand Stadträtin Sabine Mickeler, die den Roman bereits gelesen hatte und die gespannt war, wie die Geschichte auf der Leinwand wirken würde. Hinterher gab’s viel Lob für einen gelungenen Abend und ganz besonders für das Team des Kommunalen Kinos, das sich gut gerüstet zeigte für die weiteren Kinoabende auf der Esslinger Burg. Und im Publikum war man sich derweil einig, dass im „Buchspazierer“ ganz viel von dem steckt, was auch die Arbeit vieler Ehrenamtler ausmacht – ganz egal, in welchem Bereich sie sich einsetzen: Wer sich den Blick für andere bewahrt und nicht nur an sich selbst denkt, tut nicht nur viel für die Allgemeinheit, sondern auch für sich selbst.