Kinokritik: „5 Frauen“ Wenn Frauen im Urlaub morden

Von Wolfram Hannemann 

Ein weibliches Quintett begeht im jährlichen Damenurlaub einen Mord. Das ist nicht sehr überzeugend, Besetzung und Bebilderung dagegen schon.

Die  „5 Frauen“ in Urlaubsstimmung. Foto: Verleih
Die „5 Frauen“ in Urlaubsstimmung. Foto: Verleih

Stuttgart - Einmal im Jahr treffen sich Anna, Ginette, Nora und Steffi in Maries Landhaus in Südfrankreich, um ein unbeschwertes Wochenende zu verbringen mit Sonne, Wein und Plausch. Diesmal aber steht mitten in der Nacht plötzlich ein Unbekannter im Haus – den die Hübschen in heller Panik umbringen. Gerade haben sie beschlossen, den Mord zu vertuschen, da taucht noch ein Fremder namens Marek auf. Er behauptet, seinen stummen Bruder zu suchen, der in der Nacht Hilfe holen wollte, weil ihr Auto stecken blieb. Nun wird die Freundschaft der Frauen auf eine harte Probe gestellt.

Einem Porno entsprungen

Verhalten sich Frauen tatsächlich so wie in Olaf Kraemers Thriller-Drama? Die Antwort liefert das Drehbuch etwa zur Halbzeit: Sie haben sich vor Urzeiten in der Bastelgruppe für verhaltensauffällige Mädchen kennengelernt. Dieser Hintergrund soll Unstimmigkeiten und Plausibilitätsprobleme hinwegfegen. ­Anna zum Beispiel wird die in der Nacht eilends herbeigerufene Polizei erstaunlich schnell wieder los. Und wie Spätankömmling Steffi sich wortlos mit dem ihr unbekannten Herrn im Pool auf eine schnelle Nummer einlässt, das könnte glatt einem Porno entsprungen sein. Dass die vor langer Zeit therapierten Mädchen jetzt wieder rückfällig werden, erscheint absurd angesichts der Tatsache, dass alle fünf sich zu beruflich erfolgreichen Frauen entwickelt haben.

Immerhin macht das Ensemble wett, was das Drehbuch verbockt: Die Schauspielerinnen formen die sehr unterschiedlichen Schönen zu glaubhaften Charakteren. Überzeugend ist auch Clemens Baumeisters Kameraarbeit: Er füllt die Leinwand mit Landschaften in ausladendem CinemaScope und beweist einen guten Blick für kleinste Details.