Kiosk im Schlossgarten Stuttgart Was wird mit einem Relikt der Bundesgartenschau?

Derzeit werden beschädigte Bereiche des Kiosks demontiert. Foto: Sebastian Steegmüller

Das Dach des Pavillons wurde Ende Juni in einer Sturmnacht von einem umgestürzten Baum stark beschädigt. Nun finden Demontagearbeiten statt.

Reporter: Sebastian Steegmüller (seb)

Stuttgart-Ost - Knapp sechs Monate ist das Gebäude im Unteren Schlossgarten nicht mehr benutzt worden, weil große Teile des Dachs zerstört worden waren. Selbst Stahl-Querträger wurden durch einen Baum verbogen, der auf der Rückseite des Gebäudes einschlug. Der Vermieter, das Land, hat reagiert und dem Pächter als Interim einen Imbisswagen zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde ein WC-Container aufgestellt, da die öffentlichen Toiletten am Kiosk nicht mehr benutzbar waren (wir berichteten).

 

Ergebnis wird im Frühjahr erwartet

Doch was wird aus dem Pavillon, der im Rahmen der Bundesgartenschau 1977 erbaut worden ist? Wird er abgerissen oder kann man diesen doch erhalten? Noch immer steht die Antwort nicht fest. „Derzeit erfolgen am Kiosk Demontagearbeiten, die als vorbereitende Maßnahmen für einen möglichen Ersatz dienen“, sagt Michaela Hornung, die Sprecherin des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg. „Wie dieser Ersatz konkret aussehen soll, wird noch geprüft. Ein Ergebnis der Prüfung wird fm kommenden Frühjahr erwartet“, so Hornung. Bereits im September hatte das Ministerium auf eine „kleine Anfrage“ des Landtagsabgeordneten Friedrich Haag (FDP) aus Stuttgart reagiert und sich zur Zukunft des Gebäudes geäußert.

Die Behörde kam damals zu dem Schluss, dass der Wiederaufbau des Kiosks grundsätzlich machbar und auch nicht ausgeschlossen sei. Zugleich teilt das Ministerium jedoch mit, dass es sich aus Sicht des Landes um einen Zweckbau handelt, der „vornehmlich zur Sauberkeit und zum Sicherheitsgefühl im Schlossgarten beiträgt“. Dementsprechend würden bei einer möglichen Wiederherstellung neben dem „bestehenden gestalterischen Gesamtkonzept im Kontext der Bundesgartenschau 1977 insbesondere wirtschaftliche und funktionale Gesichtspunkte zugrunde liegen“.

Ministerium stuft den Kiosk als Zweckbau ein

Der Abgeordnete Haag kann diese Einschätzung nicht teilen. „Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden mit dem Gebäude Erinnerungen an die Bundesgartenschau. Es ist ohnehin eines der wenigen Objekte aus dieser Zeit im Schlossgarten. Dieser Umstand spielt für das Land bei den Planungen jedoch eine untergeordnete Rolle.“

Für den Erhalt des Kiosks spricht sich auch die SPD im Bezirksbeirat Stuttgart-Ost aus. Maximilian Mörseburg, der für die CDU neues Mitglied im Bundestag ist, teilt diese Forderung ebenfalls.

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