Kirbeparty in der Leonberger Steinturnhalle Eltinger feiern in Leonberg

Wissen Bescheid über die Kirbe: (von links) Franziska Hoffmann, Silva Schwämmle und Alexander Greß Foto: privat

Nicht wie bislang in der Beat Baracke, sondern in der Steinturnhalle steigt an diesem Samstag die große Fete. Der Standortwechsel hat seine Gründe, wie die Mitglieder des Kirbevereins erklären.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Die Eltinger Kirbe steht vor der Tür. Und sie steigt – in Leonberg in der Steinturnhalle! Wahrscheinlich wäre das noch vor 20 Jahren ein wahrhaftiges Sakrileg gewesen. Heute lassen sich die Macherinnen und Macher ziemlich selbstsicher darauf ein. „Wir sind überzeugt, die Eltinger Kirbe funktioniert auch in Leonberg“, sagt Alexander Greß vom Kirbeverein. Von einer „Feindschaft“ solle auch nicht die Rede sein. „Diese Zeiten sind zum Glück seit 100 Jahren vorbei – wobei es mit Sicherheit noch eine gewisse Rivalität auf verschiedenen Ebenen gibt.“

 

Steinturnhalle war offenbar auch mal Teil von Eltingen

Dass Greß in Sachen Leonberger Stadtgeschichte genau Bescheid weiß, zeigt sich in folgender Aussage: „Wer genau hinsieht wird vielleicht feststellen, dass das Gelände der Steinturnhalle auch mal in Eltingen lag, vor den vielen Markungsausgleichen im Laufe der Jahrhunderte.“ Tiefere Recherchen seien jedoch viel zu zeitintensiv.

Der Grund für den Wechsel der Örtlichkeit: „Uns fehlt in Eltingen eine Alternative. Eine Mehrzweckhalle, die für solche Veranstaltungen geeignet wäre, steht uns einfach nicht zur Verfügung.“ Im Gegensatz zu anderen Vereinen werde man aber selbstverständlich niemals fusionieren oder sich umbenennen. „Es ist und bleibt die Eltinger Kirbe und wir der Kirbeverein Eltingen.“

Aber warum ist in diesem Jahr eigentlich alles anders? Die Kirbe war einst in der alten Halle des TSV Eltingen beheimatet, später in der Beat Baracke. Und nun? „Bei uns lief dieses Jahr alles anders als gewohnt, da leider nicht alle Organisationsmitglieder vom letzten Jahr mithelfen konnten“, sagt Silva Schwämmle vom Kirbeverein. Das Team werde immer älter und das bringe neue Verpflichtungen mit sich. „Verstehen Sie mich nicht falsch, der Durchschnitt liegt nach wie vor bei Mitte 20, doch wir würden uns sehr über frischen Wind freuen.“ Neue und junge Mitglieder zu finden, die Lust haben eine Kirbe zu organisieren, sei sehr schwierig.

Zentralere Lage mit Vorteilen für alle Beteiligten

Konkret bedeutet all dies die größte Veränderung: den Gang in die Steinturnhalle. „Die zentrale Lage bringt wesentliche Vorteile mit sich“, betont Silva Schwämmle. Nach einem Kirbe-Besuch sei immer noch ein Absacker am Marktplatz möglich.“ Doch eine zentrale Lage bedeutet auch, dass die Party nicht wie in den vergangenen Jahren bis in die frühen Morgenstunden gehen kann. Feierabend ist an diesem Samstag um 0 Uhr. „Dafür haben wir mit DJ Chris Vorm, der uns bereits beim Eltinger Summer begeistert hat, frischen Wind ins Programm gebracht. All diese Veränderungen stellen eine neue Chance für uns dar.“

Der Party soll das keinen Abbruch tun. „Wir möchten die Leute zusammenbringen“, betont Franziska Hoffmann, die ebenfalls mit der Organisation der Kirbe betraut ist. Für das leibliche Wohl sei auch gesorgt. Neben, natürlich, Bier sei die Getränkekarte sehr umfangreich, sodass jeder etwas finde sollte. Von 19-20 Uhr gibt’s außerdem die Double-Time. „Neu ist in diesem Jahr auch, dass es anstelle des Eintritts einen Mindestverzehr gibt“, fügt Franziska Hoffmann hinzu. Wichtig sei vielleicht auch, dass Jugendliche ab 16 Jahren bei der Kirbe mitfeiern dürfen.

Eltinger Kirbe hat sich im Laufe der Jahre verändert

Ob es in Zukunft wieder eine Kirbe gibt, wie sie früher einmal war, steht in den Sternen. Alexander Greß versucht sich an einem Ansatz: „Die Eltinger Kirbe hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Wenn wir uns Entscheiden könnten würden wir sie gerne wieder im Stil der 80er und 90er Jahre feiern, auch wenn wir diese Feste nur aus Erzählungen kennen.“ Wie die Kirbe vor hundert Jahren aussah, wisse man indes auch nicht. „Aber mit Sicherheit auch noch mal anders.“ Nun hätten sich die Zeiten und Rahmenbedingungen eben verändert.

Den Kirbeverein gibt es jetzt seit über dreißig Jahren. „Weil es keine Jahrgänge mehr gibt wie früher, die eine Kirbe organisieren wollen“, so Greß. Man wünsche sich natürlich eine Rückkehr nach Eltingen und sei offen für alle, die Ideen für die Zukunft haben und bei der Organisation der Kirbe aktiv mithelfen wollen. „Am liebsten ein ganzer Jahrgang.“

Die Eltinger Kirbeparty startet an diesem Samstag, 19. Oktober, um 19 Uhr in der Steinturnhalle in Leonberg, Steinstraße 5. Weitere Infos zum Kirbeverein gibt es im Internet auf der Seite https://kve.de.

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