Bei der diesjährigen Herbstveranstaltung der Aktionsgemeinschaft Umweltschutz Kirchberg (AUK) war Martin Herbst aus Köln zu Gast – „passend zur Herbstveranstaltung“, wie er schmunzelnd anmerkte. Das Thema seines Vortrags war jedoch alles andere als leicht: die schwindende Biodiversität. Mit beeindruckenden Fotos zeigte er, wie wertvoll selbst kleinste Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt sein können. Ob kommunale Flächen, Firmengelände, Gärten oder Balkone – überall lassen sich Oasen für heimische Pflanzen, Insekten und Tiere schaffen.

 

Herbst selbst beschäftigt sich seit gut zehn Jahren mit dem Thema. Ausgangspunkt war eine geerbte Obstwiese und der Wunsch nach einem sinnstiftenden Projekt für den Ruhestand. Ein Zeitungsartikel über die Verwandlung eines ehemaligen Maisfelds in ein Ökoparadies inspirierte ihn, sein eigenes Grundstück Schritt für Schritt in einen vielfältigen Lebensraum umzuwandeln. Heute leben dort unter anderem rund 30 Tagfalter- und etwa 80 Wildbienenarten.

„Das Sterben der Arten passiert still und leise“, warnte Herbst. Klimakrise und menschliche Eingriffe ließen die Biodiversität dramatisch zurückgehen. Er erläuterte, dass Vielfalt nicht nur unterschiedliche Lebensräume und Arten umfasst, sondern auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art. Je mehr Individuen es gibt, desto widerstandsfähiger ist eine Art. Zudem hängen viele Tiere von bestimmten einheimischen Pflanzen ab – verschwindet die Pflanze, verschwindet auch das Tier.

Gerade deshalb müsse der Mensch lernen, sich wieder als Teil der Natur zu begreifen und Flächen so zu gestalten, dass sie Lebensräume ermöglichen. Das bedeute auch, ungewohnte „Unordnung“ auszuhalten. Die dankbare Rückkehr von Pflanzen und Tieren sei allerdings Belohnung genug.

Für Familien, Gartenbesitzer und Gemeinden bot er zahlreiche praktische Anregungen, wie sich Grünflächen pflegearm in bunte, lebendige Ökoparadiese verwandeln lassen. (Simone Schneider-Seebeck)

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