Kirche in Bad Cannstatt Mundgeblasene Glaskunst in St. Peter

Von Iris Frey 

In die katholische Kirche St. Peter ist Glaskunst eingezogen. Die Fenster sind von Künstlerin Madelaine Dietz gestaltet und kürzlich eingebaut worden. Es ist das bisher größte Glaskunstwerk der Künstlerin.

Mundgeblasene Glaskunst ist jetzt im Kirchenneubau von St. Peter eingezogen. Künstlerin Madelaine Dietz an einem ihrer WerkeKünstlerin Madelaine Dietz an einem ihrer Werke. Foto: Kneer
Mundgeblasene Glaskunst ist jetzt im Kirchenneubau von St. Peter eingezogen. Künstlerin Madelaine Dietz an einem ihrer Werke Künstlerin Madelaine Dietz an einem ihrer Werke. Foto: Kneer

Bad Cannstatt - Es ist meterhohe Glaskunst, die nun in den Neubau von St. Peter eingezogen ist. Das größte Glaskunstprojekt, das die Künstlerin Madelaine Dietz bislang kreiert hat. Der Bau der neuen St.- Peter-Kirche schreitet indes voran. „In St. Peter soll im Advent die Einweihung gefeiert werden“, erklärt Nicole Höfle, Sprecherin des katholischen Stadtdekanats. Die Bauarbeiten seien im Zeitplan. In den vergangenen Tagen sind die Fenster eingesetzt worden, auch die von der Künstlerin Madelaine Dietz gestalteten Glasfenster.

Dietz ist 65 Jahre alt. Sie stammt aus Landau in der Pfalz und gestaltet nicht nur die beiden großen Glasfenster, die schon zu sehen sind, sondern auch Altar, Lesepult und Taufbecken für den Kircheninnenraum. Diese sind allerdings noch nicht eingesetzt. Der Altar wird aus Walzstahl sein, der Öffnungen hat mit verschiedenfarbiger gebrannter Erde. Das soll die unterschiedlichen Kontinente widerspiegeln. „Die Erde hat Risse und ist vertrocknet wie die Trockenheit, die man im Leben hat. Dürre kennt jeder Mensch“, sagt Dietz.

Die Künstlerin arbeitet gerne mit Erde und Stahl. Das sind ihre Elemente. „Die Erde, von der wir gehen und auf der wir leben. Sie ist unglaublich wertvoll“, sagt die Künstlerin. Deshalb müsse die Erde ordentlich aufbewahrt werden. Und so kam sie auf Stahl. Ihre künstlerischen Arbeiten heißen Schrein, Vitrine, Schatzkasten. Der Altar ist schon fertig und das Lesepult. Das Taufbecken wird noch hergestellt. Es soll aus Ton gebrannt werden und eine runde Form haben, erklärt die Künstlerin.

Wegen der tiefen Temperaturen laufen vor allem Arbeiten im Inneren der Kirche

Sie freut sich sehr, dass sie sowohl die Glasfenster als auch die anderen sakralen Gegenstände herrichten kann. Dietz hat auch bereits den Innenraum der Kirche St. Antonius in Kaltental gestaltet. Die Kosten für die künstlerische Gestaltung des Innenraums St. Peter einschließlich der Glasfenster liegen laut Stadtdekanat bei 220 000 Euro und sollen ausschließlich über Spenden finanziert werden. Für die künstlerische Gestaltung der Kirche hatte es im vergangenen Jahr einen Wettbewerb gegeben, den Dietz gewonnen hatte.

„Die Glasfenster sind nach den Vorgaben von Dietz mundgeblasen“, so Höfle. Die Fenster wurden aus Stücken zusammengesetzt, die nicht länger als 75 Zentimeter sind. „Sie sind wie ein Zylinder geblasen, auseinandergeschnitten und flach gemacht“, beschreibt die Künstlerin den Prozess. Es sei echt antikes Glas. In St. Peter ist nun ein oberes Glasfenster installiert, das 12,50 Meter breit und 2,60 hoch ist und aus insgesamt acht Scheiben besteht. Es zeigt ein gelbes Kreuz in der Mitte, „ein Kreuz, das die ganze Welt umarmt, das über allem leuchtet, über dem Leben und der Welt“, so Dietz. Die Farben der Glasfenster seien „freudig, strahlend und hoffnungsfroh“, so die Künstlerin. „Es ist das tollste überhaupt, dass wir als Christen über den Tod hinaus weiterdenken können“, so Dietz, das solle in ihrem Kunstwerk zum Ausdruck kommen. Das zweite, fünf Meter breite und 2,75 Meter hohe und aus drei Scheiben bestehende Glasfenster, das im Erdgeschoss eingebaut ist, zeigt eine Landschaft.

Wegen der tiefen Temperaturen laufen ansonsten vor allem Arbeiten im Inneren der Kirche. Die Heizung wird eingebaut. Man kümmert sich um die Sanitäranlagen und die Elektrik. „Wenn es wieder etwas wärmer wird, gehen dann die Mauerarbeiten draußen weiter“, so Höfle.

Zum Einzug der Glaskunst sagt Pfarrer Kneer: „Ich freue mich über die Farbigkeit der Fenster. Wir werden in der Kirche ein Farbspiel haben, das sich je nach Sonnenstand verändert und den Raum lebendig machen wird. Mit der Kunst haben wir uns ein Stück Schöpfung in den Raum geholt.“ Und auch Manfred Wörle, Zweiter Vorsitzender der Kirchengemeinde St. Peter, erklärt zu den neuen Werken im Kirchenraum: „Man kann schon jetzt sehen, welche Farbigkeit die von Madelaine Dietz gestalteten Fenster in die Kirche bringen werden. Wir sind froh über die Entscheidung, die wir bei dem Wettbewerb getroffen haben.“

Spenden sind für das Projekt mit den künstlerischen Werken in der Kirche noch gefragt: Das Spendenkonto lautet Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar (GKG Stuttgart-Neckar), BW-Bank Stuttgart, IBAN: DE65 6005 0101 0004 6390 75, Kennwort: Spende St. Peter Neu N1.

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