Kirche in Rohr/Dürrlewnag Mit Herzblut fürdie Gemeinde

Simon Rutkowski  will die Arbeit der Jungschar in der Gemeinde wieder aufleben lassen. Dafür ist eine FSJ-Stelle notwendig. Foto: Wiebke Wetschera
Simon Rutkowski will die Arbeit der Jungschar in der Gemeinde wieder aufleben lassen. Dafür ist eine FSJ-Stelle notwendig. Foto: Wiebke Wetschera

Der 21-jährige Simon Rutkowski aus Stuttgart-Vaihingen engagiert sich seit Kindesbeinen in der Gemeindearbeit.

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Rohr/Dürrlewang - Simon Rutkowski ist von klein auf in der evangelischen Gemeinde Rohr-Dürrlewang dabei – motiviert vor allem durch seine Eltern, die sich in der Kirche engagieren, aber auch durch seine Teilnahme im Kinderchor der Gemeinde und in der Kinderkirche. Vom fünften bis zum 15. Lebensjahr sang er im Kinderchor. Nach der Konfirmation wurde er Mitarbeiter im Jugendwerk. Seit einem Jahr ist der 21-Jährige Vorsitzender des Jugendwerks. „Das macht mir viel Spaß“, sagt Rutkowski. „Wir zeigen den Kindern, was das Leben in der Gemeinschaft bedeutet.“

Als Leiter des Jugendwerks ist er vor allem für die Absprachen mit dem Geschäftsleiter und dem Pfarrer der Gemeinde verantwortlich. „Ich gucke, dass der Laden läuft.“ Rund acht Stunden pro Woche investiert er in die ehrenamtliche Tätigkeit neben seinem dualen Maschinenbaustudium. Seit 2010 begleitet er die Aufführungen des Kinderchors als Techniker. „Das technische Interesse war schon immer da.“ Zurzeit bereitet das Team das Musicals „Der Verrat“ vor. 40 bis 50 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse haben seit Ostern geprobt. „Kurz vor dem Auftritt arbeite ich schon mal um die 40 Stunden in der Woche, um alles vorzubereiten“, sagt Rutkowski. Alle Techniker sind auch Mitarbeiter im Jugendwerk. Zwar sind sie eigentlich für das Licht zuständig, doch sie übernehmen immer mal wieder andere Aufgaben: Sie kümmern sich um das Freizeitprogramm, hängen Plakate auf oder bestuhlen den Saal. „Wir machen alle alles“, sagt Rutkowski. „Das Schöne an der Jugendarbeit ist, dass sie spontan ist.“

Engagement im Posaunenchor und beim DRK

Vor seinem Studium, das seit September läuft, war Rutkowski drei Jahre beim Roten Kreuz. Zunächst hat er dort ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolviert und anschließend eine Ausbildung zum Rettungssanitäter durchlaufen. „Ich bin seitdem immer noch als studentische Aushilfe und im ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst tätig.“ Außerdem plant er eine Weiterbildung zum Erste-Hilfe-Ausbilder. Auch seine musikalische Ader kommt nicht zu kurz. Seit 14 Jahren spielt Rutkowski im Posaunenchor der Gemeinde Trompete.

Mit 15 Jahren wurde Rutkowski in den Jugendausschuss gewählt; ein Jahr später saß er als Vertreter aus Rohr in der Delegiertenversammlung der evangelischen Jugend Stuttgart (Ejus). Im Ausschuss hat er sich vor allem für Jugendangebote stark gemacht. „Man muss etwas Sinnvolles tun, bei dem man etwas weitergeben kann.“

Die Jungschar soll wieder ein fester Termin in der Gemeinde sein

Am 9. Dezember wird Rutkowski vom Stadtjugendring für sein ehrenamtliches Engagement geehrt. Der Jugendreferent der Gemeinde hat ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen. „Es ist nett, dass die Arbeit so geschätzt wird“, sagt Rutkowski. „Die Gesellschaft braucht das Ehrenamt. Irgendwer muss dafür sorgen, dass die Gesellschaft in der Form bestehen bleibt.“ Viel wichtiger als die Auszeichnung ist Rutkowski aber die Reaktion der Kinder. „Sie sagen es ja nicht, sondern sie zeigen es, indem sie freudestrahlend zu ihren Eltern laufen.“ Das sei das Schöne an der Jugendarbeit. Für viele Kinder sei der Kinderchor oder die Jungschar auch ein soziales Umfeld, das Substanz hat und fest bestehen bleibe. Für Rutkowski hat das Engagement noch eine andere Bedeutung. „Man wächst viel an der Arbeit. Ich würde es immer wieder so machen, denn es hat mich unglaublich weitergebracht.“

Sein nächstes Ziel ist es, den Jungscharnachmittag wieder fest in der Gemeinde zu etablieren. Bei der Jungschar treffen sich Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters zum Spielen oder Basteln. „Es wird immer schwieriger, Mitarbeiter dafür zu gewinnen, bei einer Jungschar für die Kinder da zu sein“, sagt Rutkowski.

Der Jugendwerksleiter will einen Förderverein gründen

Zum neuen Jahr will der Jugendwerksleiter einen Förderverein gründen, mit dessen Hilfe eine Stelle für ein FSJ finanziert werden soll. 2015 gab es bereits eine FSJlerin, die sich um die Organisation der Jungschar gekümmert hat und den Jugendreferenten bei seiner Arbeit entlasten konnte. Für dieses Jahr konnte keine FSJ-Stelle finanziert werden. Der neue Förderverein will jetzt die notwendigen 8500 Euro über Spenden einsammeln.

Wie lange Rutkowski noch in der Gemeinde arbeiten kann, weiß er nicht. Er möchte gern bleiben. Aber sollte ihn das Studium an einen anderen Ort verschlagen, will er dort in einem anderen Jugendwerk aktiv werden. „Wenn man das einmal gemacht hat, kann man relativ problemlos irgendwo anders arbeiten“, sagt Rutkowski. Fest steht: er will sich weiter engagieren. „Was soll ich denn sonst machen?“, sagt er.

Aufführungen: am Freitag, 18. November, und Samstag, 19. November, führen der Kinder- und Jugendchor der evangelischen Gemeinde Rohr-Dürrlewang das Musical „Der Verrat“ in der Laurentiuskirche Rohr, Reinbeckstraße 8, vor. Das Musical dreht sich um den Jünger Judas und wie es dazu kam, dass er Jesus verraten hat. Beginn ist am Freitag um 19 Uhr und am Samstag um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.




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