Kirchenmusikerin aus Kernen hat große Pläne Eine Anstellung mit Weltruhm wartet

Deborah (links) und Mirjam Laetitia Haag musizieren in Kernen gemeinsam. Foto: privat

Mirjam Laetitia Haag ist leidenschaftliche Kirchenmusikerin – und sie liebt Herausforderungen. Beides kann sie jetzt in der Domstadt Naumburg auf hohem Niveau ausleben. Bevor sie geht, steht aber noch ein Ereignis mit ihrer Schwester an.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Mirjam Laetitia Haag liebt Herausforderungen – und sie braucht sie auch. Nur gut also, dass die junge Frau aus Kernen ab Mitte August eine neue Anstellung in Naumburg beginnen wird: In einem aufwendigen Bewerbungsverfahren konnte sie sich durchsetzten und wurde zur Assistenzorganistin an der Hildebrandt-Orgel in der Wenzelskirche in Naumburg ernannt. „Die Hildebrandt-Orgel dort ist weltberühmt, damit ist die Assistenzstelle schon etwas Besonderes und eine große Herausforderung, aber das ist auch genau das, was ich brauche und gesucht habe“, sagt Mirjam Laetitia Haag.

 

Die vielen Monate der Ungewissheit und des Suchens vorbei

Mit der neuen und anspruchsvollen Zukunftsperspektive sind nun viele Monate der Ungewissheit und des Suchens für die 27-Jährige vorbei, die längst als Organistin mit einer Vorliebe für Barock und Romantik auf Konzertreisen international unterwegs ist.

Im Remstal ist die umtriebige Frau schon lange bestens bekannt als Kirchenmusikerin der Mauritiuskirche Rommelshausen und als Chorleiterin. „Als Kirchen- und Konzertorganistin konnte ich tatsächlich alles kombinieren, was mir am Herzen liegt. Richtig viel Abwechslung an jedem Tag“, sagt die Frau, die gebürtig aus Biberach stammt und zurzeit noch in Stuttgart wohnt.

Bei ihrem Kirchenmusik-Master ist sie in den letzen Zügen

Aber nicht mehr lange. Denn bei ihrer Universitätsausbildung, dem Master in Kirchenmusik und dem Master of Education Musik und Mathematik ist sie in den letzten Zügen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis die junge Musikerin neue Wege geht. „Entgegen meinen Erwartungen wurde ich jetzt tatsächlich in Naumburg genommen. Parallel steht noch die Entscheidung eines Aufbaustudiums an, da habe ich Mehreres zur Auswahl und muss mich noch festlegen.“

Über die Entscheidung, nach Naumburg zu gehen, musste sie wohl nicht lange nachdenken. Die dortige Orgel – das Instrument wurde 1746 fertig gestellt – ist mitunter deshalb so weltberühmt, weil es von Johann Sebastian Bach mitkonzipiert wurde und wie gemacht für dessen Orgelwerke ist. „Die große Inspiration, welche diese dreimanualige spätbarocke Orgel ausstrahlt, durfte ich schon während der Vorbereitungszeit erleben. Den Erfolg meiner Bewerbung verdanke ich vielen kleinen und großen Wundern“, sagt Mirjam Laetitia Haag. In Naumburg – Domstadt in Sachsen-Anhalt – wird sie während der Saison mittwochs die Mittagsmusik spielen, ein oder zweimal im Monat die Wochenenddienste vertreten, Orgelführungen geben, Übezeiten organisieren sowie Gastkonzerte betreuen und registrieren. „Es ist ein hohes Niveau und die Antwort auf viele Fragen, die ich mir gestellt habe.“

Eine ihrer Schwestern konnte Mirjam Laetitia Haag auch mit ihrer Leidenschaft anstecken. „Deborah studiert und hat schon riesen Fortschritte an der Harfe gemacht.“ Zu ihrem Konzert „Sommernachtstraum“ laden die Schwestern am Samstag, 6. Juli, um 20 Uhr in die evangelischen Dorfkirche in Stetten ein. „Dass wir zusammen einen Auftritt gestalten, ist so toll.“

Auch bei ihrer Abschlussprüfung am Montag, 14. Oktober, freut sich Mirjam Laetitia Haag um 19.30 Uhr im Konzertsaal der HMDK Stuttgart über Zuhörer. Am Sonntag, 21. Juli, wird sie um 10 Uhr in der Mauritiuskirche Rommelshausen verabschiedet – mitsamt Kirchgartenfest.

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