Kirchentag in Stuttgart Fahrten ohne Zusatzkosten nur im VVS

Kirchentagsbesucher, die in Tübingen übernachten, müssen für die Fahrt zum Kirchentag einen Aufpreis in Kauf nehmen. Foto: dpa
Kirchentagsbesucher, die in Tübingen übernachten, müssen für die Fahrt zum Kirchentag einen Aufpreis in Kauf nehmen. Foto: dpa

Karteninhaber aus Tübingen oder Aalen, die mit Bus oder Bahn zum Kirchentag wollen, zahlen drauf. Die freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr gilt nur im Bereich des Tarif- und Verkehrsverbund Stuttgart.

Landespolitik: Michael Petersen (mip)
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Stuttgart - Die Gastfreundschaft in Stuttgart und darüber hinaus ist groß. Die erwarteten 100 000 Menschen, die an allen vier Tagen an Veranstaltungen beim Kirchentag teilnehmen wollen, haben mittlerweile ein Quartier gefunden. Ganz bestimmt werden aber nicht alle Gäste direkt in Stuttgart und seinen Nachbarstädten unterkommen. Wer allerdings in Tübingen, Reutlingen oder Aalen ein Quartier findet oder auch in Pforzheim, Mühlacker oder Heilbronn, der muss über die Entfernung hinaus einen Nachteil hinnehmen: Sein Kirchentagsticket gilt nicht für die Fahrt in die Stuttgarter Innenstadt.

Mit der Dauerkarte für vier Tage zum Preis von 98 Euro lassen sich Bahnen und Busse im Gebiet des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) ohne zusätzliche Kosten nutzen. Wer aber beispielsweise in Tübingen übernachtet, muss für die Fahrt bis zum VVS-Gebiet bezahlen. In diesem Fall sind dies 8,40 Euro für die Hin- und Rückfahrt bis Bempflingen (Kreis Esslingen). In vier Tagen erhöhen sich die Fixkosten für den einzelnen Kirchentagbesucher um 33,60 Euro. Dies betrifft nicht nur die Gäste, die außerhalb des VVS untergebracht sind, sondern auch andere Teilnehmer aus dem ganzen Ballungsraum Stuttgart, die zu Hause übernachten und täglich zum Kirchentag fahren wollen.

Nahverkehrsgesellschaft bedauert „Aufpreis“

„Wir bedauern außerordentlich, dass die Gespräche über eine Ausweitung der Fahrkarte für die Kirchentaggäste über die VVS-Grenzen hinaus zu keinem Ergebnis geführt haben“, sagt Gerhard Schnaitmann von der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW). Nun nutzten doch wieder viele das Auto, und selbst Fahrgemeinschaften mit dem Auto entsprächen nicht der ökologischen Zielsetzung des Kirchentags.

Kirchentag-Geschäftsführer Constantin Knall erklärt dazu: „Eine Ausdehnung des Geltungsbereiches auf die gesamte Metropolregion war leider nicht zu kalkulieren ohne eine Erhöhung der Teilnehmendenbeiträge für alle Kirchentagsteilnehmende.“

Fahrzeit für Besucher manchmal mehr als eine Stunde

Er weist darauf hin, dass die Geltungszeit des Baden-Württemberg-Tickets auch am Freitag, 5. Juni, einem Werktag, auf vor neun Uhr ausgedehnt wurde, sodass sich das Baden-Württemberg-Ticket gerade für Gruppen als eine preiswerte Variante für die Tagesanreise zum Kirchentag darstelle. Allerdings kostet das Landesticket auch bei voller Ausnutzung der fünf Personen pro Kopf 8,60 Euro – und ist somit in vielen Fällen keineswegs günstiger als die Verbundanschlusskarte.

Bei der Quartiersuche waren die Organisatoren des Kirchentags bestrebt, dass die einfache Fahrzeit von den Betten bis zum Veranstaltungsort eine Stunde nicht übersteigt. „Das ist nicht immer gelungen“, sagt eine Sprecherin des Kirchentags. Genaue Zahlen, wie viele Menschen außerhalb der VVS-Grenzen hinaus übernachten werden, liegen ihr nicht vor.

Die NVBW organisiert für die Zeit des Kirchentags 21 zusätzliche Regionalzüge zwischen Stuttgart, Horb, Tübingen, Karlsruhe und Aalen. Zudem gibt es zwölf Regionalzüge, die mehr Sitzplätze aufweisen. Für die Sonderfahrten steht im Verkehrsvertrag zwischen Land und der DB Regio ein Sonderkontingent bereit, das sich für Großveranstaltungen wie Volksfesten nutzen lässt.




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