Bei der Kirchenwahl im Kreis Böblingen haben es alle drei Bewerber der liberalen Gruppierung „Offene Kirche“ in die Landessynode geschafft.
Bei der evangelischen Kirchenwahl am Sonntag wurden nicht nur allerorts die Kirchengemeinderäte neu bestimmt, sondern in insgesamt 15 Wahlkreisen auch die Landessynode gewählt. Die gesetzgebende Versammlung der evangelischen Landeskirche Württemberg umfasst 90 Mitglieder, zwei Drittel davon sind Laien, ein Drittel Theologen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 22,4 Prozent, wie die Landeskirche mitgeteilt hat.
Zwischen den vier Gesprächskreisen (grob vergleichbar mit den politischen Parteien), die die verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche wiedergeben, gab es leichte Verschiebungen im Vergleich zur letzten Wahl vor sechs Jahren. Der Gesprächskreis „Offene Kirche“, der für progressiv-liberale Ansichten steht, hat erneut 31 Sitze (34 Prozent), der konservative Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ verliert dagegen zwei Sitze und hat jetzt 30 (33 Prozent). Die Gruppierung „Kirche für morgen“ – erst 2001 gegründet – gewinnt hinzu und kommt auf 18 Sitze (20 Prozent, zuletzt 15 Sitze). Der Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“, der eher Positionen der Mitte bedient, hat nun 11 Sitze (12 Prozent, bislang 10 Sitze).
Im Wahlkreis Böblingen, der die Kirchenbezirke Böblingen, Herrenberg und Leonberg umfasst, lag die Wahlbeteiligung bei 25,0 Prozent. Bei den Laien wurden Marion Blessing und Paul Berger (beide „Kirche für morgen“) sowie Johannes Söhner und Anna Walther (beide „Offene Kirche“) in die Landessynode gewählt. Bei den Pfarrerinnen und Pfarrern schafften Lena Warren aus Flacht („Offene Kirche“) sowie Traugott Meßner aus Holzgerlingen („Lebendige Gemeinde“) den Einzug.