Kirchheim Anwohnern stinkt der Wohnmobil-Stellplatz gewaltig

Wohnmobiltouristen suchen im Urlaub nach solchen Schildern. Foto: Rudel/Archiv
Wohnmobiltouristen suchen im Urlaub nach solchen Schildern. Foto: Rudel/Archiv

Die Ver- und Entsorgungsstation für fahrende Touristen am Kirchheimer Ziegelwasen ist nach nur einem Jahr abgebaut worden und bleibt dauerhaft geschlossen. Anwohner hatten sich massiv über Geruchs- und Lärmbelästigungen beschwert.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Kirchheim - Nach nur einem Jahr sind die acht Wohnmobil-Stellplätze auf dem Kirchheimer Ziegelwasen schon wieder Geschichte. Die Stadtverwaltung hat die Strom- und Wasserversorgung sowie die Entsorgungsstation mit sofortiger Wirkung abgebaut. Die für Caravan-Touristen eingerichtete Anlaufstation bleibe „dauerhaft geschlossen“, heißt es in einer Mitteilung. Zu massiv seien die Beschwerden der Anwohner über die Geruchs- und Lärmbelästigung gewesen. Zudem ist die Station laut der Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auch von einheimischen Mobilisten dazu missbraucht worden, um nach dem Urlaub die Abwässer ihrer Wohnmobile kostenlos zu entsorgen.

Nächtlicher Suchverkehr verursacht Lärm

Die von dem Stellplatz ausgehende Beeinträchtigung der Anwohner des Ziegelwasens „haben wir unterschätzt“, gibt die Rathauschefin Angelika Matt-Heidecker unumwunden zu. Durch die unsachgemäße Nutzung der Sanitärstation hätten sie unter dem dadurch verursachten Fäkaliengestank ebenso gelitten wie unter dem Müll, der sich dort regelmäßig angesammelt habe. Zudem seien sie durch nächtlichen Suchverkehr von Touristen zum Teil um ihren Schlaf gebracht worden. Vielleicht sei es auch ein Fehler gewesen, die Übernachtungsmöglichkeit für Durchreisende „zum Nulltarif“ anzubieten, sagt Angelika Matt-Heidecker.

Die Schließung sei zwar bedauerlich, aber sie sei auch „unausweichlich“ gewesen. Zumal die Verwaltung eine Überwachung des Stellplatzes rund um die Uhr nicht gewährleisten könne. Dennoch können Wohnmobile weiterhin den innenstadtnahen Parkplatz auf dem Ziegelwasen ansteuern. Denn dort wird laut der Verwaltung ein Bereich ausgewiesen, auf dem mindestens sechs Wohnmobile abgestellt werden können – allerdings ohne eine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit.

Suche nach alternativem Standort läuft

Grundsätzlich seien solche Stellplätze für Wohnmobile absolut notwendig, um den Tourismus in der Stadt zu fördern, ist die Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker überzeugt. Deshalb suche die Verwaltung jetzt nach einem alternativen Standort, der aber sicherlich „nicht mehr unmittelbar an ein Wohngebiet angrenzen“ werde. „Möglichst schnell“ soll wieder ein solches Angebot in der Stadt stehen. Bis dahin werde die abgebaute Ausstattung vom Ziegelwasen von der Stadt eingelagert.

Nun müssen auswärtige Wohnmobilisten für die Entsorgung ihrer Abwässer vorerst die nächstgelegene Anlaufstelle am Gruppenklärwerk in Wendlingen, Vorstadtstraße 1, anfahren.




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