Kirchheim Auch ein Ritter rennt hoch zur Burg

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Beim 35. Kirchheimer Silvesterlauf kämpfen sich 485 Frauen und Männer über die 18 Kilometer und 464 Höhenmeter. Die Strecke wird zwar ohne Zeitnahme gelaufen, ist aber nur gut trainierten Freizeitläufern vorbehalten.

Der Ritter  mit den giftgrünen Schuhen  stürmt seinem Domizil  entgegen. Foto: Horst Rudel
Der Ritter mit den giftgrünen Schuhen stürmt seinem Domizil entgegen. Foto: Horst Rudel

Kirchheim - Wenn auf eine Sportveranstaltung das Motto „Dabei sein ist alles“ zutrifft, dann auf den Kirchheimer Silvesterlauf. Denn eine Zeitnahme gibt es nicht, es geht einzig darum, vom Rathaus hinauf zur Burg Teck und wieder zurück zu laufen. Aber Vorsicht – die Strecke selbst ist mit 18 Kilometern Länge und 464 Höhenmetern schon Herausforderung genug. Da braucht es nicht auch noch den Druck der tickenden Stoppuhr.

Dennoch war es auch am Samstag so, dass die ambitionierten Läufer schon darum kämpften, im Ziel möglichst weit vorne zu liegen, wenn sie sich schon über Dettingen und den berüchtigten sogenannten Ho-Chi-Minh-Pfad – ein steiler Weg hinauf zur Teck – gequält haben. Sie sind es auch, die schon knapp 20 Minuten nach dem Startschuss am Rathaus in der Kirchheimer Stadtmitte die Dettinger Ortschaft Guckenrain passieren. Schnellster war der Kirchheimer Christian Pfäffle – eigentlich ein Spitzen-Mountainbiker. Er stürmte nach rekordverdächtigen knapp 40 Minuten in den Hof der Burg Teck.

Unterschiedlich ausgeprägtes Kälteempfinden

Viele der gut trainierten 485 Freizeitläufer genossen zudem das herrliche Wetter und den tollen Blick auf die Burg Teck – den nahe scheinenden und doch noch so fernen Endpunkt der Schinderei. Denn dort angekommen, geht es auf dem Rückweg vorwiegend bergab. Es ist wieder ein bunt ausstaffiertes Völkchen gewesen, dass sich durch Flur, Feld und Wald bewegt hat. Da lief der Fußballstar Zlatan Ibrahimovic (zumindest sein Trikot auf fremden Schultern) ebenso im Pulk mit, wie ein Ritter in Rüstung, gewappnet mit einem Schwert.

Auch das Kälteempfinden könnte kaum unterschiedlicher ausgeprägt sein. Der eine packt sich dick ein, während der andere in kurzer Hose und im Baumwoll-T-Shirt durch das Spalier der vielen Zuschauer rennt. Die spenden jedem der Athleten Beifall, unabhängig vom Outfit oder dem Lauftempo. Egal, wie schnell die Läufer wieder am Ausgangspunkt in der Stadtmitte zurück sind, den Silvesterschmaus haben sie sich allemal verdient. Und sie dürfen stolz darauf sein, Teil dieses traditionellen Laufs zum markanten Wahrzeichen von Kirchheim gewesen zu sein.

Erster Lauf im Jahr 1981

Schon zum 35. Mal hat ihn der Lauftreff Kirchheim veranstaltet. Erstmals war im Jahr 1981 eine kleinere Gruppe des Vereins zum Jahresausklang in rund zwei Stunden auf der von ihr ausgetüftelten Strecke gejoggt. Schon im darauffolgenden Jahr waren es rund 30 Läufer, die die knapp 18 Kilometer unter die Laufschuhe genommen haben. Vor vier Jahren war ein Rekordteilnehmerfeld von 543 Ausdauersportlern begrüßt worden. Diese Zahl konnte am Samstag nicht ganz erreicht werden. Der Veranstalter war dennoch zufrieden: Denn alle 485 Silvesterläufer sind wohlbehalten im Ziel angekommen.