Kirchheim Damit Fliegen noch schöner wird

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Der Anstoß kam von Jugendlichen, das Ergebnis muss bundesweit keinen Vergleich scheuen: Der Kirchheimer Bikepark hat das Zeug, zum Aushängeschild der Teckstadt zu werden.

Der Asphalt für das Herzstück der Anlage, die Pumptrack, ist mühsam von Hand aufgetragen worden. Foto: /Horst Rudel 5 Bilder
Der Asphalt für das Herzstück der Anlage, die Pumptrack, ist mühsam von Hand aufgetragen worden. Foto: /Horst Rudel

Kirchheim - Ein bisschen wie eine Mondlandschaft kommt er noch daher, der neue Bikepark hinter dem Kirchheimer Schlossgymnasium. Nicht von dieser Welt präsentiert sich auch, was dort am Sonntag, 20. Oktober, eingeweiht werden soll. „Der Kirchheimer Bikepark ist in dieser Konstellation zumindest in Deutschland einzigartig“, sagt Robin Specht. Der Mann weiß, wovon er spricht. Specht ist Geschäftsführer von Radquartier GmbH, der als Marktführer bei der Planung und dem Bau von Bikeparks in Deutschland gilt, inzwischen aber auch europaweit unterwegs ist.

Prunkstück der umzäunten, nahezu fußballfeldgroßen Kirchheimer Anlage ist eine 120 Meter lange Asphalt-Pumptrack. „Allein hier haben wir 1500 Tonnen Erde verbaut und modelliert und für den Bau des Dirtparks noch einmal rund 5000 Tonnen“, sagt Specht. Vor allem die Pumptrack, ein Rundkurs, dessen Wellen und Kurven zum Spiel mit der Geschwindigkeit und Schwerkraft einlädt, eignet sich seinen Worten zufolge für alles, was Räder hat – bis hin zum Laufrad für Fahranfänger.

Auch Laufräder sind erlaubt

„Das ist die ideale Motorik-Schulung. Kleine Kinder lieben diese Bahnen“, sagt Specht, dessen Unternehmen deutschlandweit bisher rund 20 Bikeparks gebaut hat. Man müsse beim Betrieb nur darauf achten, dass die Kleinen nicht den Inlinern, den Scooter-Fahrern, den Radlern und den Skateboardern in die Quere kommen.

Laufrad-Anfänger und angehende Bike-Profis – das ist die Bandbreite der künftigen Nutzer des Bikeparks. Zu den Könnern zählt Klam-Tizian, der ungeduldig darauf wartet, dass er die Bahn unter die Reifen nehmen kann. Der 13 Jahre alte Schüler und seine Kumpels waren es, die den Anstoß zum Bau der Anlage gegeben haben. „Wir haben uns im Mehrgenerationenhaus Linde organisiert, sind auf die Stadt zugegangen und haben gesagt, wir wollen um den Park kämpfen, wir machen die Planung und wir helfen auch beim Bau“, sagt Klam-Tizian.

Die Stadt nimmt 200 000 Euro in die Hand

Er muss das überzeugend gesagt haben, denn am 3. April hat der Technische Ausschuss des Kirchheimer Gemeinderats einstimmig grünes Licht für das Projekt gegeben, das immerhin ein Investitionsvolumen von rund 200 000 Euro hat. Auch die Jugendlichen haben Wort gehalten. Auf der Basis von Workshops und Projekttreffen hat der Park in der Folge dann Gestalt angenommen. „Wir sind im Planungsprozess darauf eingegangen, was die Jungs wollen. Dann haben wir die Wünsche in ein stimmiges Gesamtkonzept eingebunden“, sagt Robin Specht.

Klam-Tizian freut sich nun besonders auf den Dirtpark und den großen Sprunghügel, über dessen vier Meter lange Anfahrtsrampe die Sportler den Schanzentisch in zwei Metern Höhe erreichen. Falls dort ein Tricksprung nicht gelingt – der Three sixty, eine 360-Grad-Drehung um die eigene Achse, beispielsweise zum unfreiwilligen Three forty wird – dann sorgt eine Oberflächenauflage aus Rindenmulch dafür, dass der unvermeidliche Sturz keine schlimmen Folgen hat. Zu der Anlage, die wie ein öffentlicher Kinderspielplatz künftig ganzjährig und kostenfrei zugänglich sein wird, zählt zudem eine Miniramp, an der Skateboard-Fahrer ihre Künste zeigen können.

Einen Eindruck dessen, was alles mit Fahrrad und Skateboard im neuen Bikepark möglich ist, können die künftigen Nutzer am Sonntag, 20. Oktober, bekommen. „Wir sind gerade dabei, zur Eröffnung eine kleine Show mit Profis aus diesem Bereich zusammenzustellen“, sagt Specht, der dabei seine Kontakte zur Szene spielen lassen will.