Christina und Thomas Auerbach, hier mit ihrer Laila, machen sich für Hundespielplätze im Kirchheimer Stadtgebiet stark. Foto: privat
Christine und Thomas Auerbach wollen, dass in Kirchheim (Kreis Esslingen) eingezäunte Flächen entstehen, in denen Hunde frei herumtollen dürfen. Das sagt die Stadt dazu.
Brauchen Hunde eigene Spielplätze? „Ja“, sagt Thomas Auerbach aus tiefster Überzeugung. „Ein Hund braucht Bewegung und Kontakte zu Artgenossen. Rennen und spielen sind wichtig, damit das Tier charakterlich ausgeglichen ist. Das reduziert Konfliktpotentiale.“ Und deshalb setzt er sich zusammen mit seiner Frau Christina für die Schaffung von Hundespielplätzen in Kirchheim ein. Doch die Idee ist gar nicht so leicht umsetzbar.
Seit drei Jahren sind die Auerbachs Hundehalter – und Mischlingsdame Laila hat sie auf einen Missstand aufmerksam gemacht: „Im gesamten Stadtgebiet gilt Leinenzwang. Das heißt, dass man seinem Hund bei einer kleinen Gassirunde eigentlich nirgendwo etwas Freilauf gestatten darf, auch nicht auf den Wiesen.“ Man müsste dafür folglich an den Stadtrand fahren, vorausgesetzt, man habe ein Auto und die Zeit dafür. Unrealistisch sei das, sagt Thomas Auerbach deutlich, „und ökologisch natürlich auch nicht der Knaller“.
Für besser hält er es, wohnortnahe Auslaufflächen zu schaffen, die Treffpunkt für Tier und Mensch gleichermaßen sein könnten. So etwas würden sich viele Halter von geschätzt mehr als 1600 Hunden in Kirchheim wünschen, weiß Auerbach aus zahlreichen Gesprächen. Also hat sich der frühere CDU-Stadtrat vor zwei Monaten mit einer entsprechenden Bitte an Oberbürgermeister Pascal Bader gewandt: Die Stadt sollte in allen Teilorten Flächen für kostenfreie Hundespielplätze zur Verfügung stellen – 1000 bis 2000 Quadratmeter groß, mit einem Zaun drumherum, idealerweise mit Spielelementen für Vierbeiner und Sitzbänke für die Menschen sowie Mülleimer und Kottütenspender.
„Es gibt eine kleine Chance etwas zu bewegen, wenn wir Hundebesitzer es selbst in die Hand nehmen.“
Thomas Auerbach, Initiator der Aktion Hundespielplätze für Kirchheim
In Großstädten wie Wien und Berlin gebe es so etwas längst, aber auch in einigen Kommunen in der Region, zählt Auerbach exemplarisch Stuttgart, Crailsheim und Schwäbisch Hall auf. Er meint: Eine Stadt wie Kirchheim sei es „ihren hundehaltenden Bürgern schuldig“, Hundespielplätze zu schaffen. Sie würden schließlich eine Steuer für die Vierbeiner bezahlen, die jährlich mehrere hunderttausend Euro in die Kasse spült. Solche Auslaufflächen seien mit relativ wenig Aufwand realisierbar, sagt Auerbach. Vieles könne auch von den Hundebesitzern in Eigenleistung erstellt werden
Ein Beispiel aus Stuttgart: Auf diesem umzäunten Hundespielplatz dürfen Vierbeiner frei herumtollen. Foto: Elke Hauptmann
In seinem Antwortschreiben verweist der Oberbürgermeister darauf, dass es im Stadtteil Nabern bereits eine Hundewiese gebe. Gleichwohl räumt Bader ein, „ein einzelnes Angebot kann nicht alle Bedarfe einer Gesamtstadt abdecken“. Die Suche nach geeigneten Flächen – 25 mögliche Standorte hat Auerbach ausfindig gemacht – sei aber nur eine Seite der Medaille. Wichtiger ist laut Bader „die verbindliche Organisation“: Wer übernimmt dauerhaft Verantwortung für die Anlage? Wie kann die Investition finanziert, wie die Pflege der Fläche verlässlich sichergestellt werden?
Ein wenig ärgert sich Thomas Auerbach über die Position der Stadt, die von den Hundehaltern erst ein fertiges Konzept verlange, ehe sie aktiv werden wolle. Entmutigen aber lässt er sich nicht. Er sucht nach Mitstreitern – übers Internet ebenso wie auf seinen täglichen Gassirunden, bei denen er Handzettel verteilt. „Es gibt eine kleine Chance etwas zu bewegen, wenn wir Hundebesitzer es selbst in die Hand nehmen“, ist der 63-Jährige überzeugt. „Dann ist OB Bader zumindest in der Pflicht, sein Versprechen einzulösen und mögliche Standorte für Hundespielplätze zu prüfen.“
Wer sich für die Initiative interessiert, kann sich online informieren: https://hundespielplatz-kirchheim.de