Kirchstraße in Neuhausen Schlechteste Straße im Kreis Esslingen – geht es noch weiter bergab?

Die Kirchstraße in Neuhausen gibt kein gutes Bild ab – zum Unmut vieler Fahrerinnen und Fahrer. Foto: Markus Brändli

Die Kirchstraße in Neuhausen gilt als eine der schlechtesten Straßen im Kreis Esslingen. Eigentlich sollte sie ab Anfang 2026 umfangreich saniert werden. Und jetzt?

Esslingen: Sebastian Xanke (xan)

Das Ergebnis unserer nicht repräsentativen Umfrage war eindeutig. Die Kirchstraße in Neuhausen ist mit großem Abstand zur holprigsten Straße im gesamten Kreis Esslingen gewählt worden. Bereits seit vielen Jahren steht die Straße in der Kritik. Ende 2024 schrieb unsere Zeitung: „Die Sanierung der Kirchstraße in Neuhausen – der Ortsdurchfahrt in Richtung Wolfschlugen – beschäftigt Verwaltung und Gemeinderat bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren.“

 

Erneut ist mehr als ein Jahr vergangenen. Was ist seitdem passiert? Die unbefriedigende Antwort: vieles, aber nicht auf der Straße direkt. Zwar ist die Kirchstraße eine Landesstraße, also wäre das Land Baden-Württemberg für sie zuständig, doch die Gemeinde Neuhausen hat die gesamte Sanierungsplanung und -durchführung in Absprache mit dem Regierungspräsidium übernommen – und erhält dafür einen Zuschuss. Die Kosten für die Fahrbahn und den Fahrbahnunterbau trägt demnach das Land. Alles andere finanziert die Gemeinde Neuhausen.

Neuhausens Kirchstraße soll groß umgestaltet werden

„Im Zuge einer Sanierung der Oberfläche einer Straße ist es natürlich sinnvoll, auch alles, was notwendig ist, im Untergrund zu sanieren, zu ertüchtigen oder zu erneuern“, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage. Das sei Aufgabe der Gemeinde. „Und in der Kirchstraße werden es umfangreiche Maßnahmen sein.“ Und wann starten diese umfangreichen Maßnahmen? Ende 2024 hieß es, der Baubeginn sei für Anfang 2026 terminiert.

Anfang 2026 heißt es nun: „Die Planungen wurden wie angekündigt weitergeführt, die Vorplanungsergebnisse sollen voraussichtlich im Frühjahr dem Gemeinderat vorgestellt werden.“ Also kein Baubeginn – was zugegebenermaßen schon bei der Ankündigung vorausgeahnt wurde. Ziel sei es weiterhin, „die Kirchstraße nicht nur zu sanieren, sondern auch den Parkverkehr neu zu regeln und sie optisch aufzuwerten“.

Schlaglöcher und ein regelrechter Flickenteppich auf der Kirchstraße in Neuhausen. Foto: Markus Brändli

Die Verwaltung wünsche sich zwar, dass so schnell wie möglich gebaut werde, „wann aber genau gebaut wird, können wir aktuell nicht sagen“. Gleichwohl gibt die Gemeinde zu: „Die Straße ist in keinem guten Zustand.“ Den Unmut der Fahrerinnen und Fahrer könne man verstehen.

Wird die Kirchstraße in Neuhausen jetzt saniert?

In der Gemeinderatssitzung Ende Januar wurde das weitere Vorgehen in der Sache Kirchstraße erläutert. Gibt es Hoffnung? „Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage ab Mitte 2024 hat sich der Gemeinderat in mehreren Sitzungen der Haushaltsstrukturkommission darauf verständigt, nur die derzeit bereits laufenden Infrastrukturprojekte fortzuführen. Andere Neubauprojekte wie beispielsweise die Sanierung der Kirchstraße sind derzeit realistisch nicht darstellbar und aus diesem Grund in der mittelfristigen Finanzplanung 2026 bis 2029 nicht enthalten“, heißt es in den Unterlagen. Ebenfalls betroffen: der Bau des Kinderhauses in der Waagenbachaue.

Zumindest für Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen gibt es einen Lichtblick, teilt die Gemeinde mit. „In absehbarer Zeit“ werde parallel zur Kirchstraße die Marienstraße nutzbar sein – dort will die Verwaltung die bisherige Treppenanlage mit einer Rampe ersetzen. Und auch die nahe gelegene Gartenstraße soll zur Fahrradstraße umgestaltet werden. „Sie wird sehr gut von Schülerinnen und Schülern genutzt.“ Immerhin.

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