Kita auf der Gänsheide Spielen in der Villa Reitzensteinle

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Die jetzt offiziell eröffnete Kindertagesstätte des Staatsministeriums bietet Platz für 50 Kinder, ist behindertengerecht und erdbebensicher. Geöffnet ist die Kita von 7:30 bis 17:30 Uhr.

Die Kita-Kinder dürfen das Geschenk von Staatssekretär Klaus-Peter Murawski selbst auspacken: eine Vogelnestschaukel. Foto: Konzept-e/Perper
Die Kita-Kinder dürfen das Geschenk von Staatssekretär Klaus-Peter Murawski selbst auspacken: eine Vogelnestschaukel. Foto: Konzept-e/Perper

Gänsheide - Nagelneue helle, schön gestaltete Räume, unter anderem mit geräumiger Kinderküche und einem Traumland als Schlafraum, fünf Erzieherinnen und Erzieher, ein eigener Koch für zurzeit 20 Kinder – was wahlweise nach paradiesischen Zuständen oder Überbetreuung klingt, ist Wirklichkeit in der Kindertagesstätte Villa Reitzensteinle in der Sandbergerstraße auf der Gänsheide. Allerdings wird es nicht auf Dauer ganz so paradiesisch bleiben. Die Kindertagesstätte für Mitarbeiter des Staatsministeriums und auch für die Nachbarschaft ist seit Ende April in Betrieb, die Zahl der dort betreuten Kinder im Alter von null bis sechs Jahren wird nach und nach erhöht. Insgesamt können in der von dem Kita-Unternehmen Konzept-e betriebenen Einrichtung 50 Kinder Platz finden.

Aufwändige Planungs- und Bauphase

Staatssekretär Klaus-Peter Murawski freute sich bei der feierlichen Eröffnung der Kindertagesstätte am Mittwoch aufrichtig, dass das für die Landesverwaltung offenbar durchaus aufwendige Projekt tatsächlich verwirklicht und jetzt auch offiziell in Betrieb genommen werden konnte. „Manchmal fragt man sich, ob die Prävention im Bauwesen in Deutschland nicht ab und zu auf die Spitze getrieben wird“, sagte er in Erinnerung an „die zahlreichen Herausforderungen der Planungs- und Bauphase“. So habe er wieder einmal lernen müssen, dass Stuttgart in einer Erdbebenzone liege, weswegen die Kita absolut erdbebensicher gebaut werden musste. Auch der Besuch des Ausschusses für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats ist ihm in bleibender Erinnerung geblieben. „Da hat niemanden die Architektur oder die schöne Gestaltung interessiert, sondern nur der behindertengerechte Zugang zu allen Kita-Räumen.“ Um das zu gewährleisten, gibt es einen neuen Außenaufzug an dem Gebäude. Für solche Aufzüge gebe es aber seit 2012 eine „EU-Richtlinie für Personenaufzüge im Außenbereich“ – die eine Drosselung der Geschwindigkeit verlange. Auch das sei eine technische Herausforderung für den Aufzughersteller gewesen.

Nachholbedarf bei der Kleinkinderbetreuung

Für das Land als Arbeitgeber sei die neue Kita ein großer Schritt bei seinen Bemühungen um eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagte Murawski. „Eine arbeitsplatznahe Kindertagesstätte stellt die optimale Betreuungsmöglichkeit dar und hilft Eltern, Arbeitsplatz und Familie in Einklang zu bringen“, so der Staatssekretär. „Sie ist wichtig, damit wir auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.“

Die Sozialbürgermeisterin der Landeshauptstadt, Isabel Fezer, freute sich mit. „Jede Kita ist ein Meilenstein in unserer Stadt. Und ich freue mich, dass auch das Land kräftig am Ausbau des Betreuungsangebots mitarbeitet.“ Gerade beim Ausbau der Kleinkindbetreuung gebe es in Stuttgart noch Nachholbedarf bei einer aktuellen Betreuungsquote von rund 40 Prozent. Ziel sei, für die Null- bis Dreijährigen eine Quote von gut 60 Prozent zu erreichen.

In der Kita Villa Reitzensteinle sind 30 Plätze für null- bis dreijährige und 20 Plätze für drei bis sechsjährige Kinder vorgesehen. Geöffnet ist die Kita von 7.30 bis 17.30 Uhr. Die von den Eltern zu zahlenden Betreuungskosten reichen von 67,50 bis 355 Euro plus 100 Euro Verpflegung je nach in Anspruch genommenen Leistungen und abhängig vom Bruttoeinkommen der Familie. Der Träger Konzept-e hat seinen Sitz in Stuttgart, betreibt rund 40 Kinderhäuser im ganzen Land und beschäftigt etwa 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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