Eine Tageszeitung, einen Flyer mit dem pädagogischen Konzept und eine Urkunde fanden ihren Weg in die Zeitkapsel: Die ist am 23. November bei einer symbolischen Zeremonie am Neubau der Kita Bärcheninsel in Stuttgart-Dürrlewang versenkt worden.

Bad Cannstatt: Rebecca Stahlberg (res)

Dürrlewang - Manch Träne ist dann doch geflossen, als die alte Bärcheninsel im Juni abgerissen worden ist. Die Kinder, die derzeit in einem Interimsquartier an der Möhringer Landstraße weilen, waren freilich ein wenig traurig, als ihre alte Heimat am Lambertweg verschwand. Das erzählte Waltraud Weegmann, die Geschäftsführerin des Konzept-e-Netzwerks, bei der Grundsteinlegung für den Neubau der Kindertagesstätte am Montag.

Symbolisch versenkte Weegmann zusammen mit Siegbert Lapp, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Lapp AG, und Theo Härtner, dem Geschäftsführer des Investors Häuser für Kinder, eine Zeitkapsel im Rohbau. Die enthält unter anderem eine Tageszeitung, einen Flyer mit dem pädagogischen Konzept der Kita und eine Urkunde zum Tag der Grundsteinlegung.

Die Baukosten betragen 3,5 Millionen Euro. Die Lapp AG hat 500 000 Euro dazugegeben. Siegbert Lapp war 20 Jahre lang Vorstandsvorsitzender des Vereins Kind. Dieser ist Dachverband für mehrere gemeinnützige Gesellschaften und Vereine. Die Bärcheninsel war die erste Kita des Vereins, sie wurde 1994 eröffnet. Inzwischen ist die Trägerschaft auf die gemeinnützige Gesellschaft Kinder in Stuttgart übergegangen. Konzept-e ist ebenfalls Träger und Betreiber von Betriebskitas.

Kinder dürfen nicht zum Karriereknick werden

„Die Arbeit für Kind e.V. war eine Herzensangelegenheit für mich“, sagte Lapp. Es mache ihn stolz zu sehen, was der Verein seit seiner Gründung geschafft habe. Als klar gewesen sei, dass der alte Fertigbau nicht mehr zu sanieren sei, habe man nicht gezögert, den Neubau finanziell zu unterstützen. „Lapp ist ein Familienunternehmen, die Familienorientierung ist als wichtigster Wert des Unternehmens definiert“, sagte er. Die Gesellschaft brauche mehr Kinder, damit diese nicht überaltere. „Kinder dürfen nicht zum Karriereknick von Eltern werden“, sagte Lapp. Es sei wichtig, Kitas wie die Bärcheninsel zu fördern, die mit dem Beruf zu vereinbarende Betreuungszeiten anbiete.

Der Neubau soll planmäßig im August fertig sein. Er besteht aus zwei Baukörpern und ist zweigeschossig; in der Mitte sind zwei Innenhöfe mit Zugang zum Außenbereich. Die Kita wird 100 Plätze haben, je zur Hälfte für Kinder unter drei Jahren sowie von drei bis sechs Jahren; künftig wird es keine Hortplätze mehr geben. Zum Abschluss der Zeremonie sangen die Kinder das Lied vom fleißigen Handwerker. Diesen ist es nun überlassen, den Bau rechtzeitig fertigzustellen. Damit die Kinder im nächsten Sommer ihre neue Bärcheninsel zurückerobern können – ganz ohne Tränen.

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