Kita-Essen in Gerlingen Bis 14 Uhr noch nichts Warmes gegessen – das soll sich jetzt ändern

, aktualisiert am 23.03.2026 - 15:26 Uhr
Mahlzeit: Mehr Kinder in Gerlinger Kitas sollen ein warmes Mittagessen bekommen. Foto: IMAGO/Westend61

Ein neues Verpflegungskonzept für Kitas in Gerlingen kommt. Auch, weil Familien seltener zuhause essen. Doch nicht alle Kinder profitieren von dem neuen Angebot.

Mittagessen gibt es in den städtischen Gerlinger Kitas bislang nur für Kinder, die für die Ganztagsbetreuung (GT) angemeldet sind. Während sie sich die warme Mahlzeit schmecken lassen, müssen diejenigen Mädchen und Jungen, die im Rahmen der verlängerten Öffnungszeit (VÖ) in der Einrichtung bleiben, ein zweites Vesper auspacken. Dieser Missstand soll nun abgeschafft werden – vorerst aber nur in zwei Einrichtungen.

 

Bereits 2024 hatten die Grünen im Gemeinderat scharf kritisiert, dass in den städtischen Kindergärten in Gerlingen nicht für alle Kinder ein Mittagessen auf den Tisch kommt, selbst wenn sie zur Mittagessenszeit anwesend sind. Kinder, die sich bis maximal 14 Uhr in den Kitas aufhalten, gehen leer aus. Die Fraktion hatte in einem Antrag gefordert, dass künftig für alle Mädchen und Jungen in allen städtischen Kindergärten auch ein Mittagessen bereitgestellt werden soll.

Zumindest zum Teil kommt die Stadtverwaltung diesem Ansinnen jetzt nach. Ein Grund für das Umdenken sei auch, wie die Stadt betont, dass „immer weniger Familien ihre Kinder zwischen 12 und 13 Uhr abholen, um zu Hause gemeinsam Mittag zu essen“. Ein Grund seien die „veränderten beruflichen Rahmenbedingungen“.

Eine „veraltete Elektrotechnik“ blockiert das Gerlinger Essenskonzept

Im Zuge der Erstellung eines verbindlichen Verpflegungskonzepts, das in der letzten Gemeinderatsitzung einstimmig verabschiedet wurde, sei auch untersucht worden, in welchen Einrichtungen eine Erweiterung des Mittagessensangebotes möglich ist. Die Prüfung erfolgte, so die Stadt, „in Bezug auf die baulichen, technischen, personellen und pädagogischen Rahmenbedingungen der einzelnen Einrichtung“.

Die Kosten fürs Essen steigen um 5 Euro auf 69 Euro. Foto: Sina Schuldt/dpa

Demnach könne das erweiterte Angebot ab dem Betreuungsjahr 2026/2027 vorerst nur in den Kinderhäusern Malvenweg und Hasenbergstraße eingeführt werden. In den Kitas Bruhweg, Waldsiedlung und Rosenstraße sei dies hingegen nicht möglich, so die Stadt. Ausschlaggebend seien hierfür vor allem räumliche und organisatorische Gründe. Im Kinderhaus Waldsiedlung verhindere darüber hinaus „die veraltete Elektrotechnik“ eine Umsetzung.

Wie Gerlingens Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) betont, werde das Angebot in einem ersten Schritt dort umgesetzt, wo es möglich sei. „Wo es in Zukunft durch Sanierung oder Erweiterung erst möglich wird, greift das beschlossene Verpflegungskonzept“, sagt er. Neben der Erweiterung des Verpflegungsangebots auf sogenannte VÖ-Kinder umfasst das neue Verpflegungskonzept auch Vorgaben, die die Qualität und die Art der Zubereitung der Mittagessen betreffen.

Von September an kostet das Mittagessen mehr Geld

Weil mit der Ausdehnung des Essensangebots höhere Kosten verbunden seien, wird die monatliche Verpflegungskostenpauschale für alle Kinder angehoben. Demnach verteuert sich das Essen ab September von 64 Euro auf monatlich 69 Euro.

Auch die Umstellung auf ein sogenanntes temperaturentkoppeltes Produktionssystem, die im künftigen Verpflegungskonzept vorgesehen ist, wird sich nach Auskunft der Stadtverwaltung auf die Höhe der Essengebühren auswirken. Bei dieser Zubereitungsmethode werden die gekochten Speisen kalt angeliefert. Dadurch sind Zubereitung und Verzehr zeitlich entkoppelt, was eine bessere Planbarkeit der Abläufe und eine höhere Speisequalität ermöglichen soll.

Die Einführung dieser Zubereitungsmethode ist zunächst ab dem Betreuungsjahr 2027/2028 in der Kita Bruhweg und im Kindertagheim Breitwiesen vorgesehen. Im Malvenweg kommt das System schon zum Einsatz. In den Kinderhäusern Hasenbergstraße und Waldsiedlung verhindern den Angaben zufolge die räumlichen und technischen Voraussetzungen die Umstellung.

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