Kita in Ditzingen Vom Interim zur Dauereinrichtung

Die neue Einrichtung soll in der Lehmgrube entstehen. Das ist der erklärte Wille der Stadträte. Der Standort muss nun aber auf seine Realisierbarkeit geprüft werden. Foto: Simon Granville
Die neue Einrichtung soll in der Lehmgrube entstehen. Das ist der erklärte Wille der Stadträte. Der Standort muss nun aber auf seine Realisierbarkeit geprüft werden. Foto: Simon Granville

In Ditzingen wird wohl eine neue Kita entstehen. Was als Interimslösung angedacht wurde, könnte wegen der steigende Nachfrage zur dauerhaften Betreuungseinrichtung werden.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
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Ditzingen - Eine Ditzinger Kita muss saniert werden. Wo aber sollen die Kinder währenddessen betreut werden? Soll die Stadt eine Kita bauen, die nur interimsweise benötigt wird? Oder soll für viel Geld eine Containeranlage gemietet werden? Die Erfahrungen mit einer Anmietung hätte die Stadt, schon einmal war eine Kita auf diese Weise ausgelagert worden. Auch der Standort auf dem Parkplatz der Stadthalle wäre diesbezüglich bereits erprobt. Doch klar ist, dass die Stadt nicht nur einmalig, sondern in Zukunft immer wieder punktuell Interimsplätze benötigen wird. Andererseits: Würde es sich die Stadt leisten wollen, eine immer wieder leer stehende Kita zu unterhalten?

400 000 Euro für Projektplanung

Die Ditzinger Stadträte mussten am Montag entscheiden. Anlass ist die geplante Veränderung der Kita Korntaler Straße, beim Johanneshaus. Als die Gemeinderatsfraktion der Christdemokraten in diesem Kontext vor etlichen Monaten eine Diskussion über den Bau einer zusätzlichen Kita – statt Containeranmietung – initiierte, signalisierten die anderen Ratsparteien schon durch ihr Stillschweigen, grundsätzlich nicht abgeneigt zu sein. So kam es auch: Am Montag beauftragte der Ausschuss für Finanzen, Kultur und Soziales die Verwaltung, den Neubau einer Ersatzkita am Standort Lehmgrube zu untersuchen. Dafür gewährte er 400 000 Euro allein für die Projektplanung.

Ein Standort ist bereits vorgesehen

In der Aussprache wurde weder die Entscheidung für einen Neubau noch der Standort an der Lehmgrube im Grundsatz diskutiert. Angesprochen wurden andere Aspekte. „Ich begrüße sehr, etwas Bleibendes bauen zu wollen“, sagte die SPD-Fraktionschefin Sabine Roth. Wichtig sei, dass die Kinder gut untergebracht seien. Wie das Gebäude im Anschluss genutzt würde, sei „eine ganz andere Frage“. Bis zu dieser Entscheidung vergingen noch einige Jahre. Und „man sollte sich keine Option verbauen“, forderte sie.

Lesen Sie aus unserem Angebot: In der Stadt fehlen schon jetzt Kitaplätze

Grundsätzliche Zustimmung zum Neubau kam sowohl von den Grünen als auch den Freien Wählern. Deren Fraktionschef Manfred Grossmann verwies auf den erhöhten Personalbedarf – in einer Situation, in der schon heute in der städtischen Kinderbetreuung gut 100 Plätze wegen Erziehermangel unbesetzt sind. Er verwies zudem auf die finanziellen Folgen eines temporär leer stehenden Gebäudes. „Die Kosten für eine Kita, die zum Atmen Kapazität hat, darf man auch nicht vernachlässigen.“

Absage an Idee der Christdemokraten

Die Verwaltung hatte sich mit ihrer Beschlussempfehlung vorab für den Bau einer weiteren Kita – und damit gegen die 1,8 Millionen Euro teure Anmietung einer Containeranlage – ausgesprochen. In der Diskussion machte der Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos) mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung deutlich, dass man den von Grossmann angeführten Aspekt der Infrastrukturkosten für eine weitere Kita vermutlich nicht weiter diskutieren muss. „Ich befürchte, dass sie nicht leer stehen wird.“

Künftig großräumigere Planung

Unausgesprochen erteilte der Verwaltungschef damit auch dem Grundanliegen der Christdemokraten eine Absage. Schließlich signalisierte er damit, dass die Bevölkerungsentwicklung die zusätzliche Kita wohl schneller für den Regelbetrieb in der Stadt nötig machen würde, als dass man sie während Bauarbeiten immer wieder interimsweise zur Verfügung stellen könnte. Zumal es in der Gesamtstadt schon heute Wartelisten gebe. Die Verwaltung hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Kita-Plätze nicht immer im gewünschten Teilort zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Räte signalisierten am Montag aber auch, dass die Bedeutung eines wohnortnahen Platzes bei den Eltern offenbar nicht mehr so groß sei wie früher.




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