Kita Rominger in S-Süd Osterküken im Kindergarten

Von  

Rechtzeitig vor Ostern sind in der Kita Rominger in Stuttgart-Heslach 44 Küken geschlüpft – dem Kleintierzüchterverein Möhringen sei Dank.

Da strahlen Elia und Elfa: so ein Küken hält man ja nicht alle Tage in der Hand. Rechts  im Bild Rudolf Walter vom Kleintierzüchterverein Möhringen Foto: Caroline Friedmann
Da strahlen Elia und Elfa: so ein Küken hält man ja nicht alle Tage in der Hand. Rechts im Bild Rudolf Walter vom Kleintierzüchterverein Möhringen Foto: Caroline Friedmann

S-Süd - Ganz vorsichtig nehmen der fünfjährige Elia und die gleichaltrige Elfa zwei Küken aus ihrem Gehege. Liebevoll streicheln sie die Tierchen. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu arg drückt, das mögen die Küken nicht“, weiß Elia. Die Tiere sind erst vor Kurzem geschlüpft – und mitten im Stuttgarter Süden. Genauer gesagt: in der Kindertagesstätte Rominger an der Böheimstraße. Denn im Rahmen eines Kooperationsprojektes hat der Kleintierzüchterverein Möhringen dem Kindergarten rund 50 befruchtete Hühnereier samt Brutmaschine zur Verfügung gestellt. So konnten Elia, Elfa und die 140 weiteren Kinder der Kita zusehen, wie aus den Eiern echte Küken schlüpfen. „Und die sind so süß“, schwärmt die kleine Elfa.

„Die Kindergartenleiterin hat mich angeschrieben und gefragt, ob ich der Kita nicht ein paar Eier zur Verfügung stellen könnte“, erzählt Rudolf Walter, der Vorsitzende des Kleintierzüchtervereins Möhringen. „Darüber habe ich kurz nachgedacht und dann entschieden, dass wir das machen.“ Noch vor Ostern sollten die Küken geschlüpft, geimpft und streichelbereit sein. Und das hat wunderbar funktioniert: „Ein Ei braucht in der Brutmaschine 21 Tage, damit daraus ein Küken schlüpft, „daher kann man das ganz gut steuern.“

Zwerg-Sulmtaler, Zwerg-Orloffs und Bartzwerge

Um den Kindern nicht nur eine, sondern gleich mehrere Rassen näher zu bringen, wählte Walter verschiedene Arten aus: Zwerg-Sulmtaler, eine Rasse aus Österreich, eine russische Hühnerart namens Zwerg-Orloff, indische Bankivahühner und Antwerpener Bartzwerge. „Mir war wichtig zu zeigen, dass Hühner eine ganz unterschiedliche Herkunft haben und unterschiedlich aussehen können – so wie das bei uns Menschen ja auch der Fall ist.“

21 Tage lang konnten die Kinder der Kita Rominger die Eier in der Brutmaschine beobachten. Anhand von Modellen erklärten ihnen die Erzieherinnen, was an jedem Tag im Inneren des Eis passiert und wie sich darin langsam ein Lebewesen entwickelt. „Wir haben jeden Mittag über die Eier gesprochen und den Kindern mit Büchern und einem Erzähltheater gezeigt, woher das Ei überhaupt kommt und wie aus dem Ei ein Huhn wird“, erklärt Jacqueline Hensel, die Bereichsleiterin des Kindergartens. „Dabei haben die Kinder auch gelernt, dass es Zeit braucht, bis die Küken schlüpfen und sie ein bisschen Geduld haben müssen.“

Die Kinder lernen eine Menge über die Tiere

Als dann Ende März der erste Riss in einem der Eier zu sehen und ein Piepsen zu hören war, sei die Begeisterung der Kinder groß gewesen, erzählt Barbara Wilhelm, die gerade ihr Anerkennungspraktikum zur Erzieherin in der Kita Rominger absolviert. „Da konnten wir die Kinder dann nur noch in kleinen Gruppen zu den Küken lassen, sonst wäre es für die Tiere zu viel geworden.“ Inzwischen haben die Kinder auch gelernt, dass die Küken eine gewisse Pflege brauchen: Sowohl das Gehege als auch die Krallen der Tiere müssen regelmäßig gesäubert werden. „Das klappt auch wirklich gut“, sagt Rudolf Walter.

Noch bis Gründonnerstag bleiben die Küken in der Kita Rominger, dann ziehen sie in ein größeres Gehege des Kleintierzüchtervereins Möhringen um – sehr zum Leidwesen einiger Kinder. Doch Rudolf Walter hat tröstende Worte: „Natürlich können die Kinder die Hühner dann auch in Möhringen besuchen kommen.“

Sonderthemen