Kita-Streik im Südwesten Auch Stuttgart ist wieder betroffen

Von SIR/dpa 

Am Donnerstag sind im Südwesten rund 2000 Erzieher in einen erneuten Warnstreik getreten. In Stuttgart sind 44 Einrichtungen geöffnet, wie die Stadt mitteilte. Ebenfalls vom Streik betroffen sind der Raum Ulm, Kommunen im Rems-Murr-Kreis sowie die Kreise Böblingen und Ludwigsburg.

In Stuttgart haben am Donnerstag nur 44 städtische Betreuungseinrichtungen geöffnet. (Symbolfoto) Foto: dpa
In Stuttgart haben am Donnerstag nur 44 städtische Betreuungseinrichtungen geöffnet. (Symbolfoto) Foto: dpa

Stuttgart - Mehr als 2000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst haben am Donnerstag ihre Arbeit im Südwesten niedergelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi waren davon die Region Stuttgart, der Raum Ulm, Kommunen im Rems-Murr-Kreis sowie die Kreise Böblingen und Ludwigsburg betroffen. In den Pfingstferien seien bislang keine weiteren Aktionen geplant, sagte ein Sprecher.

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Die Gewerkschaft will die Ausstände erst vom 8. Juni an wieder flächendeckend und unbefristet fortsetzen - es sei denn, bis dahin könne man sich mit den Arbeitgebern einigen. Diese luden die Gewerkschaften unterdessen für Dienstag zu Verhandlungen ein.

Tarifkonflikt schwelt seit Wochen

In dem Tarifkonflikt geht es um die Löhne der etwa 30.000 Erzieher und 10.000 Sozialarbeiter in Baden-Württemberg und ihrer Kollegen bundesweit. Seit Wochen streiken die Beschäftigen der Branche - unzählige kommunale Kindertagesstätten schlossen tagweise.

Die Gewerkschaften Verdi, Erziehung und Wissenschaft sowie der Beamtenbund dbb fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter. Laut Verdi würde das Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent bringen.

Nach einer internen Mitgliederversammlung der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) am Donnerstag in Frankfurt/Main sagte Präsident Thomas Böhle: „Wir wollen ernsthafte Verhandlungen führen.“ Die Gewerkschaften hätten sich bisher verweigert, damit müsse Schluss sein. „Einfach nur streiken reicht nicht.“ Eine lineare Erhöhung der Gehälter, gar um zehn Prozent, werde es mit der VKA aber nicht geben.

Die bisherigen Vorschläge der VKA zu höheren Eingruppierungen im Sozial- und Erziehungsdienst seien von der Mitgliederversammlung zu einem formalen Angebot erhoben worden. Das hieße bis zu 443 Euro mehr für Erzieher mit besonderen Aufgaben und bis zu 448 Euro mehr für Leiter von Kitas.

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