Zehn Beispiele für Klagen von Eltern über das Online-Anmeldesystem für einen Kita-Platz hatten die Freien Wähler für ihren Antrag im Jugendhilfeausschuss zusammengestellt. In Stuttgart müssen sich Familien, die für ihr Kind einen Betreuungsplatz suchen, über den so genannten Kita-Finder anmelden. Dort können sie maximal zehn Wunschkitas angeben.
Die Eltern monierten nun laut Freien Wählern beispielsweise folgende Punkte: Dass das Portal nur in Deutsch und Englisch verfügbar ist und nicht in anderen in Stuttgart gesprochenen Sprachen. Dass man zwar auch Kitas privater Träger angeben kann, sich bei diesen aber teilweise zusätzlich gesondert bewerben muss. Dass es nicht eine zentrale Bestätigung der Anmeldung gibt, sondern jede Einrichtung selbst eine Bestätigungsmail schickt, die aber teilweise mehrere Monate dauert. Dass Kommentare, die die Eltern über die Online-Anmeldung hinterlassen, offenbar die Sachbearbeiter im Jugendamt nicht erreichen. Und dass Änderungen, wie etwa eine neue Adresse, kompliziert sind.
Zusätzliche Stelle geschaffen
Die Freien Wähler beantragten deshalb, dass die Stadt sich erklären soll, wie sie das Anmeldeverfahren verbessern will.
In der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses nahm nun Katrin Schulze, Abteilungsleiterin im Jugendamt, dazu Stellung. Man wisse um Mängel im System, sei deshalb schon länger dabei, es nach und nach zu verbessern. So habe man eine zusätzliche Stelle für die Beratung der Eltern geschaffen, die sich auch per Mail oder Hotline melden können. Eine Adressänderung sei derzeit tatsächlich nur per Telefon möglich, Online-Kommentare der Eltern können die Sachbearbeiter aus technischen Gründen nicht lesen.
Außerdem kündigte Schulze an, dass die Stadt bis Sommer 2024 ein Elternkonto installieren will. Ähnlich wie beispielsweise bei der Stadtbibliothek werden Eltern, die sich angemeldet haben, damit einen persönlichen Bereich bekommen, in dem sie Infos und Stand zu ihrer Anmeldung sehen. Sie können dort auch Änderungen vornehmen, weitere Kinder anmelden oder die Anmeldung ganz löschen sowie mit der Stadt direkt Nachrichten austauschen. Auch sollen dort die verschiedenen Träger sehen können, ob eine Familie schon eine Platzzusagen von einer anderen Kita hat, sodass sich nicht mehrere Zusagen überschneiden.
Nur noch eine Anmeldung und nicht mehrere
„Der große Vorteil für uns ist, dass pro Kind nur eine Anmeldung bei uns eingeht. Derzeit melden manche die Kinder mehrfach über das Portal an, das macht den Überblick über die Warteliste auch so schwierig“, so Katrin Schulze.
An anderen Kritikpunkten hingegen will die Stadt derzeit nichts ändern, so etwa an der Sprachauswahl.