Kita-Verein in Steinenbronn Der Weg ins Abenteuerland endet abrupt

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Die Träume des neu gegründeten Vereins Abenteuerland, eine eigene Kindertagesstätte in Steinenbronn zu gründen, sind zerplatzt. Doch weshalb will die Gemeinde im Schönbuch angesichts des überall herrschenden Mangels an Betreuungsplätzen keine neue Kita?

Gesellige Kindergartenszene – auf absehbare Zeit nicht im Abenteuerland Foto: dpa
Gesellige Kindergartenszene – auf absehbare Zeit nicht im Abenteuerland Foto: dpa

Steinenbronn - Die Enttäuschung ist am Dienstagabend nicht zu überhören gewesen, als Julia Bestle und Caroline Bechtold aus dem Sitzungssaal im Rathaus gekommen sind. „Das war’s mit der Kita Abenteuerland“, sagte Bechtold, die zweite Vorsitzende des erst am 28. Januar gegründeten Vereins, die eine Kindertagesstätte mit 40 Plätzen spätestens 2018 eröffnen wollte. Rasch bildete sich eine Gruppe von Interessierten um sie, die während der nicht-öffentlichen Sitzung draußen gewartet haben. Ein Vater hatte ein Kleinkind auf dem Arm. Doch sie wollten nach dieser schlechten Nachricht weiterhin Präsenz zeigen. Darum nahmen im Anschluss fast alle während der öffentlichen Haushaltsberatung auf den Besucherstühlen Platz.

Einen Tag nach der Nachricht ist die Enttäuschung bei Caroline Bechtold nicht weniger geworden. „Ich finde es schade, wie man mit unserem Engagement umgegangen ist. Das macht mich betroffen.“ Das gilt auch für die Art und Weise der Sitzung: „Es hieß, dass wir eine Präsentation zeigen können.“ Das sei dann aber nicht möglich gewesen. „Die Gemeinderäte haben Fragen an uns gerichtet, die wir beantwortet haben.“ Außerdem sei es um die Chronologie von Zusagen der Gemeinde gegangen. Laut Bechtold habe man schon mit der Verwaltung über ein mögliches Grundstück gesprochen und zwischenzeitlich eine Zusage dafür erhalten.

Kindergartenwesen sei Pflichtaufgabe der Gemeinde

Bürgermeister Johann Singer sieht das anders: „Es ist wider besseren Wissens, dass dem Verein ein Grundstück versprochen wurde.“ Sie hätten nur über einen möglichen Standort gesprochen. Er gibt zur Sitzung folgende Erklärung ab: „Der Gemeinderat und die Verwaltung sind nach intensivem Austausch der Argumente und Meinungen zum Thema Kita Abenteuerland zu der Auffassung gelangt, das Kindergartenwesen als Pflichtaufgabe und somit in eigener Zuständigkeit weiterhin selbst wahrzunehmen.“ Welche Gründe ausschlaggebend waren, nicht mit einem freien Träger zusammenzuarbeiten, möchte Singer nicht preisgeben. Nur so viel: „Wenn wir es selber machen, haben wir das Heft des Handelns in der Hand.“ Von Sitzungsteilnehmern wird die Gesprächsatmosphäre während der nicht-öffentlichen Sitzung als konfrontativ beschrieben. Singer möchte das nicht kommentieren: „Es ist nicht angezeigt, mich dazu zu äußern.“

Die Ehrenamtlichen sind enttäuscht

Bechtold sagt, dass ihr in der Sitzung der Blick nach vorne wichtig gewesen sei: „Es geht uns nicht darum zu klären, wer Fehler gemacht hat, sondern darum, wie wir weitermachen können.“ Das sei ihr am Dienstag zu kurz gekommen. Auf ihre Nachfrage, sei ihr gesagt worden, dass der Verein kein Mandat habe, weiterzumachen und keine weiteren Gespräche geplant seien. Singer bestätigt, dass aktuell keine weiteren Treffen vorgesehen sind.

Dabei hat der Verein sogar schon Interesse bei Erzieherinnen geweckt. Während ihres Engagements seien sie von mehreren angesprochen worden, die sich vorstellen könnten, die Kinder im Abenteuerland zu betreuen. „Sie wollten explizit bei einem freien Träger und nicht bei einer Gemeinde arbeiten“, erzählt Bechtold. Wie es mit dem Verein weiter geht, ist unklar.

Singer sagt noch, dass er ehrenamtliches Engagement „grundsätzlich gut“ findet. Mehr möchte er dazu nicht sagen.