Kitagebühren in Altdorf Gerecht und kostendeckend: Geht das?

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Wie werden Kitagebühren sozial gerecht? Und wie können die Ausgaben der Kommune damit besser gedeckt werden? Die Gemeinde Altdorf hat ein Modell entwickelt.

Ohne Gegenstimme folgte der Altdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Verwaltungsvorlage und beschloss eine neue Kindergartennutzungssatzung sowie höhere Gebühren. Ersteres völlig unstrittig, der zweite Punkt mit einigem Redebedarf und beides vor einem guten halben Dutzend interessierter Eltern im Publikum.

 

Stein des Anstoßes: Gelingt es doch auch mit der beschlossenen Erhöhung nicht, den deutlich zu niedrigen Kostendeckungsgrad der drei Altdorfer Kindergärten von derzeit 10,8 mit neu 12,4 Prozent wesentlich näher an die angestrebten 15 bis 20 Prozent heranzuführen.

Die Gebühren werden weiter steigen müssen

„Wir sind immer noch zu billig im Vergleich zu anderen Kommunen“, war sich die Runde einig mit Thomas Berner vom Altdorfer Forum. Werner Maucher von der Initiative Modernes Altdorf (IMA) meinte, man müsse „in den nächsten Jahren an der Stellschraube weiter nach oben drehen“ – und erntete damit keinen Widerspruch.

Mit dem vorgelegten Modell folgte die Altdorfer Verwaltung einem Vorschlag aus dem Gemeinderat vom Juni vergangenen Jahres. Sein Ziel: eine sozial gerechte Gebührenordnung und zugleich eine Steigerung der Kostendeckung durch die Elternbeiträge zu ermöglichen.

Auf fast drei Millionen Euro belaufen sich die Aufwendungen der Gemeinde Altdorf für ihre Kinderbetreuungseinrichtungen. „Wir haben nur eine Million Euro für Investitionen“, machten Stimmen aus dem Gemeinderat die Verhältnisse deutlich. Gerade einmal 322 000 Euro fließen dagegen als Elternbeiträge zurück und damit weit weniger als die von Vertretern des Städte- und Gemeindetags sowie der Kirchen empfohlenen 20 Prozent. „Da waren wir schon mal besser“, machte Hauptamtsleiterin Karin Grund deutlich.

Einheitliches Betreuungsmodell

Viele Stunden saßen sie und das Verwaltungsteam um die pädagogische Kindergartengesamtleiterin Stefanie Vogl deshalb zusammen, um den nun vorgelegten Kompromiss zu erarbeiten. Grünes Licht dafür hatte am 24. Juni bereits der Kindergartenausschuss gegeben.

Konkret bedeutet das: Neben den einheitlichen Gebührensätzen gibt es künftig auch ein einheitliches Betreuungszeitmodell analog zu den Wünschen der Eltern für das Kinderhaus Erlachaue, das Kinderhaus Buchenweg und den Kindergarten Schneckenburg mit ihren insgesamt 230 Plätzen. Vier Modelle mit verlängerten Öffnungszeiten von 30 und 35 Wochenstunden sowie zwei Modelle zur Ganztagesbetreuung mit 39 und 42 Stunden stehen zur Auswahl. „Wir kürzen keine Betreuungszeiten“, stellte Bürgermeister Erwin Heller ausdrücklich klar.

Die Öffnungszeiten werden gesondert besprochen

„Die Betreuungszeiten sind nicht Inhalt der Satzung“, betonte außerdem Karin Grund mit Blick auf einen auf dem Rathaus eingegangenes Elternbrief. Vielmehr könnten diese vom Gemeinderat dem Bedarf angepasst werden, so wie beispielsweise im Kinderhaus Buchenweg, wo mangels Nachfrage keine Ganztagesbetreuung mehr angeboten wird. „Die Öffnungszeiten müssen wir ausführlich besprechen“, kündigte Christoph Zipperer, Bürgerliche Wählervereinigung, Gesprächsbedarf für eine der nächsten Gemeinderatssitzungen an.

Die Betreuung von Kleinkindern wird sogar günstiger

Die jetzt beschlossenen Gebühren werden zum 1. September umgesetzt. So erhöht sich der Beitrag für das erste Kind von monatlich 156 auf dann 167 Euro. Einen Einschnitt für größere Familien bedeuten der Zuschlag von 25 Prozent bei einer verlängerten Öffnungszeit von mehr als 30 Wochenstunden, auf den die Gemeinde Altdorf bislang verzichtete, sowie die Verteuerung für das zweite, dritte und vierte Kind.

„Wir haben uns jeden Einzelfall anonymisiert angeschaut“, machte Karin Grund mit Blick auf die soziale Komponente klar. Außerdem werden die Kosten für die Betreuung unter-dreijähriger Kinder sogar günstiger, weil die Gemeinde hier vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage steuernd eingreifen will.

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