Der Geschäftsführer André Hafner verlegt zusammen mit drei Kindergartenkindern eine Fußbodenheizung Foto: Roberto Bulgrin
Die Firma „Müller Haustechnik“ in Esslingen-Zell hat jungen Besuch bekommen. Zehn Kitakinder haben in die Sanitär-Branche reingeschnuppert. Mit Unterstützung haben die Mädchen und Jungen sogar Waschbecken und Heizung montiert.
Bastian Frech
11.03.2025 - 10:00 Uhr
In einem bekannten Kinderlied heißt es: „Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern gehen.“ Doch viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Deswegen gehen die Kinder jetzt zu den Handwerkern. Die Aktion „Kleine Hände, große Zukunft“ bringt beide Seiten zusammen. Kürzlich waren bei der Esslinger Firma Müller Haustechnik die Kinder der Kindertagesstätte Untertürkheim zu Gast.
Initiator ist der Verein „Aktion Modernes Handwerk“, der Betriebe in ganz Deutschland bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und Werbung für die Branche macht. Ziel des Projekts mit Kitakindern ist es, den Kleinen spielerisch die Vielfalt der Handwerksberufe näherzubringen.
Wärmepumpe, Waschbecken, Heizung
„Das sieht aus wie eine Schlange“, so reagierten die zehn Kinder, als der Geschäftsführer André Hafner ihnen das Bild einer Fußbodenheizung zeigte. Er führt den Betrieb Müller Haustechnik in vierter Generation, den es seit 1929 in Esslingen gibt. In einer kurzen Präsentation stellte Hafner den Jungen und Mädchen vor, was zum Beruf des Anlagenmechanikers alles dazugehört. Im Anschluss durften die Mädchen und Jungs selbst ran.
In vorbereiteten Kisten konnten die Kinder lernen, welche Werkzeuge und Teile man benötigt, um ein Waschbecken und eine Heizung zu montieren. Nachdem alle zusammen das Waschbecken von dem Anhänger verladen haben, wurde es zusammen mit einem Auszubildenden fest verschraubt. Die zehn Jungs und Mädchen zogen Schrauben fest, dichteten Rohre ab und verlegten Leitungen. Neben einem Waschbecken wurde mithilfe der Kinder außerdem ein Heizkörper montiert.
Die Nachwuchshandwerker und -handwerkerinnen bastelten auch solarbetriebene Windräder. So konnten sie direkt erfahren, was passiert, wenn die Sonne auf ein Solarpanel strahlt. Die Freude über die sich drehenden Räder war groß. An zwei Tagen empfing Hafner mit seinem 17-köpfigen Team Kitakinder.
Projekt bringt Kitakinder in Handwerksbetriebe
Die Handwerksbetriebe wollen das Image der Berufe auch bei den Eltern ins richtige Licht rücken. Das Handwerk habe wirklich Zukunft, sagt André Hafner. (Symbolfoto) Foto: Imago//Kerstin Kokoska
Bei dem Projekt „Kleine Hände, große Zukunft“ haben Kindergartenkinder im Alter von drei bis sechs Jahren in ganz Deutschland die Möglichkeit, in die Welt des Handwerks einzutauchen. Das Erlebte halten die Kinder in ihren Kitas auf einem Riesenposter fest, das beim Verein „Aktion Modernes Handwerk“ für einen Wettbewerb eingereicht wird. Dem Gewinner-Poster steht ein Preisgeld zu.
„Wir erhoffen uns, dass wir schon die ganz Kleinen von der Zukunft Handwerk begeistern können – wie es bereits in der Automobilindustrie schon sehr lange getan wird. Und dass wir das Image auch bei den Eltern ins richtige Licht rücken, da das Handwerk wirklich Zukunft hat“, begründet Hafner die Teilnahme seines Betriebs am Projekt.
Handwerk braucht mehr Lehrlinge
Vier Auszubildende sind derzeit bei Müller Haustechnik beschäftigt. Entgegen dem allgemeinen Trend gestaltet sich die Nachwuchsrekrutierung laut dem Betrieb als nicht schwierig. Jedes Jahr gebe es genug Bewerbungen, um die offenen Stellen zu besetzen, sagt André Hafner, der dem Vorstand der Innung Sanitär Heizung Klempner Esslingen-Nürtingen angehört. „Wir sind auch ein moderner und innovativer Betrieb, der mit besten Werkzeugen ausgestattet ist und mit zukunftsweisenden Technologien wie Einbau von Wärmepumpen und PV Lösungen arbeitet. Das macht uns als Arbeitgeber interessant“, so Hafner.