Kitas in Korntal-Münchingen Auf der Suche nach Betreuungsplätzen

Von Franziska Meißner 

Die Kitas der Stadt können den Bedarf in den nächsten Jahren nicht decken. Vor allem in Korntal mangelt es an Angeboten – trotz einer anstehenden Erweiterung.

Wohin mit  den Kindern? In Korntal-Münchingen gibt es mehr Nachwuchs als gedacht. Plätze in Kitas fehlen. Foto: dpa
Wohin mit den Kindern? In Korntal-Münchingen gibt es mehr Nachwuchs als gedacht. Plätze in Kitas fehlen. Foto: dpa

Korntal-Münchingen - Eigentlich hatte man in Korntal-Münchingen gehofft, den Bedarf an Betreuungsplätzen auf absehbare Zeit mit der anstehenden Erweiterung der Kita in der Goerdelerstraße in Korntal abdecken zu können. Ein Bedarfsplan für die nächsten Jahre zeigt nun jedoch, dass die Stadt die Wünsche mit dem jetzigen Angebot nicht erfüllen kann.

Von einer „steigenden Nachfrage“ sprach der zuständige stellvertretende Fachbereichsleiter Jörg Henschke jüngst im Gemeinderat. Eigentlich wurden jedes Jahr durchschnittlich 180 Kinder bis sieben Jahre betreut. Derzeit sind es aber 193 Kinder, die maximal sechs Jahre alt sind. Nimmt man die Zahl der Unter-Siebenjährigen in der Gesamtstadt als Vergleich, gab es im Herbst dieses Jahres sogar 41 Kinder mehr in Betreuung als noch 2014.

Den Anstieg erklärt sich Henschke zum einen mit dem ausgelaufenen Betreuungsgeld, aber auch damit, dass Eltern ihre Kinder schon früher betreuen lassen möchten. Oft schon, wenn sie ein Jahr alt sind. „Wir suchen nun neue Standorte“, sagte er. Die bestehenden Einrichtungen könnten nicht mehr erweitert werden.

Engpass in Korntal

Schon jetzt gibt es im Stadtteil Korntal einen Engpass, was Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen angeht. „Über die Erweiterung in der Goerdelerstraße wird das abgefedert“, sagte Henschke – allerdings erst im Frühjahr, wenn das Projekt fertig sein soll. Henschke machte deutlich, dass der zusätzliche Platz für zwei weitere Gruppen trotzdem nicht ausreicht: „Es ist nur eine minimale Reserve.“ Vor allem 2017 und 2018 wird es wohl mehr Kinder als Betreuungsangebote geben.

In Münchingen erwartet die Stadt sowohl im nächsten Jahr als auch später Probleme. „Dort fehlt der Platz für mindestens eine, eher zwei Gruppen“, sagte Henschke. Von einer „Herausforderung“ sprach der Verwaltungsmitarbeiter: „Derzeit gibt es keine geeigneten Flächen für Neubauten.“ Dennoch wolle die Verwaltung im Laufe des nächsten Jahres einen neuen Standort in Münchingen anbieten.

Eine erste Möglichkeit, mehr Platz für den Nachwuchs zu schaffen, böte sich indes im Walter-Somnier-Haus in Korntal. Der Stadt liegt ein Angebot vor, 200 Quadratmeter zur Kinderbetreuung zu nutzen. Bis zu zwölf Mädchen und Jungen könnten dort untergebracht werden.

In Kallenberg, sagte Henschke, klappe es „ganz gut“, aber „es gibt keinerlei Reserven“. Insgesamt sei das Betreuungssystem „hochgradig belastet“ – in allen Stadtteilen.

Kein Platz für Flüchtlingskinder

Eine andere Frage ist indes noch gänzlich offen: Wohin mit den Flüchtlingskindern? Immerhin erwartet die Stadt zwischen 2016 und 2018 mindestens 500 Flüchtlinge. Das Alter von deren Kindern sei jedoch „unmöglich vorherzusagen“. Und Henschke machte keinen Hehl daraus, dass es „so gut wie gar keine Möglichkeit gibt, Flüchtlingskinder zu betreuen“.

Das Ziel sei es, so Henschke, die derzeitige „quantitativ und qualitativ gute Betreuung“ auch in Zukunft anbieten zu können: „Die Eltern sollen weiter zufrieden sein.“ Auch Egon Beck (SPD) glaubte, dass es unter den Eltern eine „große Zufriedenheit“ gebe. Marianne Neuffer (Freie Wähler) stellte in Frage, ob die Situation in Kallenberg tatsächlich wie beschrieben eher unproblematisch sei: „Da könnte es nächstes Jahr schon kritisch werden.“ Noch rechnet die Stadt damit, 2016 einen minimalen Überschuss an Plätzen zu haben. „Dort ziehen gerade viele junge Familien hin“, sagte Neuffer. „Man sollte lieber frühzeitig überlegen, wie man das abfängt.“