Kreis Böblingen - Die geplante Klärschlammverwertung am Standort Böblingen nimmt Fahrt auf. Sie wäre auch eine Möglichkeit für Renningen, den dort vorgetrockneten Klärschlamm zu entsorgen.
Laut Landkreis-Pressesprecher Benjamin Lutsch sind dem Zweckverband bislang 77 Kommunen mit einer jährlichen Klärschlammmenge von 100 000 Tonnen beigetreten. Das Interesse sei jedoch viel größer. Weitere Kommunen mit noch einmal rund 100 000 Tonnen könnten gar nicht mehr berücksichtigt werden. „Noch immer kommen weitere Anfragen aus anderen Landkreisen“, weiß Lutsch.
Für Renningen sei damit aber der Zug noch nicht abgefahren. Ein Restkontingent von rund 20 000 Tonnen soll in den nächsten Monaten vergeben werden. Kriterien hierfür seien weiterhin die örtliche Nähe zur Anlage sowie die politische und regionale Verbundenheit.
Der Ende 2020 gegründete Zweckverband Klärschlammverwertung zeigt sich auch bei anderen Zauderern flexibel. So gibt es Sonderlösungen mit Klärwerksbetreibern im Kreis, zum Beispiel mit dem Abwasser-Zweckverband Hagegarten der Gemeinden Gärtringen, Nufringen und Deckenpfronn, der Klärschlamm auch für Grafenau trocknet. Hier wurde wegen aktueller Vertragslaufzeiten ermöglicht, dass die Mitglieder zwar dem Zweckverband beitreten, aber erst dann liefern, wenn ihre Verträge abgelaufen und die eigenen Anlagen abgeschrieben sind.
Klärschlamm mit entsprechender Feuchtigkeit soll mit der Abwärme des nahen Restmüllheizkraftwerke vorgetrocknet werden, bevor es in die Verwertung geht. Grundsätzlich könne aber auch vorgetrockneter Klärschlamm angeliefert werden, meint der Pressesprecher des Landratsamtes mit Blick auf die Renninger Trocknungsanlage.
Der Zweckverband Klärschlammverwertung hat mittlerweile die Projektarbeit aufgenommen. So wurden die Planungsgrundlagen mit der Stadt Böblingen vereinbart und der Pachtvertrag über die zu errichtende Anlage mit der Restmüllheizkraftwerk Böblingen KG beschlossen. Auch die Planerausschreibung für die Klärschlammverwertung und das Personalauswahlverfahren für die Projektleitung sind laut Lutsch auf dem Weg.
Aber es gebe auch noch technische Fragen zu klären so der Landratsamt-Pressesprecher. Sogar der Standort für die beabsichtigte Phosphorrückgewinnung sei noch offen. Hier habe sich das Land Baden-Württemberg noch nicht festgelegt.