Klamme Kassen, hohe Kosten Pläne für Aspergs neue Sporthalle werden wohl abgespeckt

So soll die vierteilige Halle im Asperger Süden aussehen. Foto: Glück+Partner GmbH

Es ist das wichtigste Hochbauprojekt der Stadt und soll nun 22 anstatt 15 Millionen Euro kosten. Bürgermeister Christian Eiberger sieht keine Alternative zum Neubau und muss sich gegen kritische Stimmen durchsetzen.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

Die neue Asperger Sporthalle solle kein Prestigeprojekt werden, das Geld sei knapp, die Sportstätte müsse einfach und effizient sein, hieß es während des Architektenwettbewerbs vor rund einem Jahr. Dementsprechend groß war der Schock über die aktuelle Kostenschätzung des größten Hochbauprojekts der Stadtgeschichte: 22,4 Millionen Euro soll die vierteilige Sporthalle kosten, bis vor kurzem geisterte noch die Zahl von 15 Millionen Euro durch das Rathaus und den Gemeinderat. Die Verantwortlichen stehen nun vor den Fragen: In den sauren Apfel beißen, die Pläne abspecken – oder komplett verwerfen?

 
Christian Eiberger kann sich Einsparungen an der Planung vorstellen, das Projekt will er aber keinesfalls begraben. Foto: Werner Kuhnle

Kritische Stimmen gegen die Halle

Mitte Februar trifft sich der Gemeinderat deswegen zu einer Sondersitzung, um über mögliche Einsparungen an der Halle zu sprechen. Details könne er noch nicht bekannt geben, sagt Eiberger. Es gebe jedoch einen Streichkatalog, mit dem rund zwei Millionen Euro eingespart werden könnten. Das größte Potenzial liegt im Verkleinern des gesamten Gebäudes – von vier Hallenteilen auf drei. So eine Halle wird aktuell in der Ludwigsburger Oststadt gebaut und soll nur 16,6 Millionen Euro kosten.

Eiberger will jedoch an der vierteiligen Halle festhalten, der Bedarf der Schulen und Sportvereine sei riesig, es brauche unbedingt neue Flächen. Einige Gemeinderäte sehen das anders, die neue Sporthalle ist umstritten. Die Freien Wähler wollen beispielsweise lieber die alte Rundsporthalle sanieren – Eiberger bezeichnete dies bereits als „Fass ohne Boden“. Andere Räte sorgen sich derweil um den Umweltschutz und das Verkehrsaufkommen rund um die neue Halle.

Das Warten tut weh

Der Bürgermeister setzt viel Hoffnung auf die Einsparrunde Mitte Februar. Schon bei anderen Projekten wie dem Kindergarten Grafenbühl habe man gute Erfahrungen mit dem nachträglichen Abspecken gemacht. Damals wurden unter anderem Glasfassaden verkleinert und nachhaltige Bambusmatten gestrichen.

Ob ein paar Millionen Euro weniger die Kritiker der Sporthalle besänftigen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Es muss schnell gehen. Die Stadtverwaltung will die Einsparungen flott beschließen, vor dem Sommer den Bauantrag einreichen und 2026 den Bau beginnen. „Mit jedem Jahr, in dem wir nicht bauen, wird es teurer“, sagt Eiberger. „Das Warten tut bei Großbauprojekten tierisch weh.“

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