Klares 3:0 in Wolfsburg Vierter Liga-Sieg in Folge: der VfB ist in der Erfolgsspur

Fertigmachen zum Jubeln: Tiago Tomas (Mitte) köpft den VfB bei seinem Ex-Club Wolfsburg mit 1:0 in Führung. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der VfB ist mit den drei Punkten aus Wolfsburg auf Platz drei der Bundesligatabelle vorgerückt. Doch der Trainer Sebastian Hoeneß drückt auf die Euphoriebremse.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Schulter an Schulter hüpften die VfB-Profis ausgelassen auf dem Rasen der Wolfsburger VW-Arena vor der eigenen Fankurve auf und nieder, es gab ja auch etwas zu feiern. Mit dem fünften Saisonsieg am siebten Spieltag hat sich die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß in der Spitzengruppe der Bundesliga festgebissen. Beim klaren 3:0 (1:0)-Erfolg gegen einen enttäuschend auftretenden Gastgeber vom VfL Wolfsburg schossen Tiago Tomas (35.), Maximilian Mittelstädt (55.) und Angelo Stiller (80.) den ebenso verdienten wie ungefährdeten Auswärtssieg für den Pokalsieger heraus.

 

„Wir spielen hier ein Spiel, wie wir es haben wollten. Wir hatten von Anfang an Kontrolle – und haben dann die Tore zur richtigen Zeit gemacht. Das war eine starke Mannschaftsleistung. Wir haben auch vom Ergebnis her eine starke Phase – aber ich will das nicht überbewerten“, sagte der Trainer Hoeneß, dessen Elf über die gesamte Spieldauer die klar bessere Mannschaft war.

Im Stile eines Absteigers agierte derweil der VfL Wolfsburg von Neu-Trainer Paul Simonis: „Der Gegner war wesentlich aggressiver und dominanter als wir. Der Sieg der Stuttgarter war daher absolut verdient“, sagte der enttäuschte Niederländer.

Der VfB war vor 26.245 Fans in der nicht ausverkauften Wolfsburger Arena gleich gut uns Rollen gekommen: Jeff Chabot (4.) prüfte schon früh Wolfsburgs Torwart Kamil Grabara mit einem Distanzschuss. Tiago Tomas (12.) verzog im Strafraum nur knapp, bei Chemas Kopfball reagierte Grabara erneut stark (26.), ehe ein weiterer Kopfball durch Chabot knapp neben das Tor ging (27.).

Tomas sorgt für die Führung des VfB

In der 35. Minute dann die völlig verdiente Führung für den VfB gegen weiter uninspiriert auftretende Wolfsburger Gastgeber: Bilal El Khannouss führte einen Eckball von der rechten Seite kurz aus auf Angelo Stiller, der mit einer gut getimten Flanke Tiago Tomas zentral im Sechzehner fand. Der Portugiese, eigentlich nicht als Kopfball-Ungeheuer bekannt, stieg unbedrängt hoch und köpfte rechts dicht neben VfL-Keeper Grabara zum 1:0 für den DFB-Pokalsieger ein. Derart frei kommt man in der Bundesliga in des Gegners Strafraum selten zum Torerfolg.

Taktisch hatte sich Hoeneß einiges einfallen lassen: So agierte der VfB an der Aller hinten mit einer Dreierkette, die Maximilian Mittelstädt (links) und Lorenz Assignon (rechts) als Außenbahnspieler ergänzten. Ganz vorne blieb Deniz Undav bis zu seiner Einwechslung in der 67. Minute zunächst draußen; der VfB begann ohne den langzeitverletzten Ermedin Demirovic in vorderster Reihe neben dem Ex-Wolfsburger Tomas überraschend mit Nikolas Nartey. Es war der erste Startelfeinsatz des Dänen für den VfB seit Mai 2023. Zudem war die Rolle für Nartey neu, er machte seine Sache aber ordentlich. „Er hat bewiesen, dass er überall einsetzbar ist“, sagte Hoeneß.

Die Wolfsburger wiederum zeigten abermals, warum sie die Partie auf Tabellenplatz 15 begonnen hatten und seit Januar zu keinem Heimsieg in der Bundesliga mehr gekommen sind. Ziemlich uninspiriert ging die Elf von Trainers Paul Simonis zu Werke, dessen Stuhl bereits jetzt wackelt. Von einem Zug zum Stuttgarter Tor war so gut wie nichts zu spüren. So bekam VfB-Keeper Alexander Nübel nur drei, vier harmlose Schüsse zu parieren.

Auch nach dem Wechsel konnte der VfB gegen müde Wölfe nahezu ungestört Schalten und Walten – und das Resultat fast mühelos auf 3:0 erhöhen. Wieder hatte der emsige Stiller seine Füße im Spiel. Erst spielte der Nationalspieler mit Tomas an der Grundlinie Doppelpass, scheitere dann aber mit seinem Linksschuss im Strafraum, ehe Maximilian Mittelstädt den Abpraller aus zentraler Position im Sechzehner gekonnt im Tor unterbrachte - 2:0.

„Wir haben als Mannschaft ein sehr gutes Spiel gemacht, jeder einzelne. Von hinten bis vorne war das eine sehr gute Leistung“, sagte der Torschütze Mittelstädt. Den dritten VfB-Streich besorgte Stiller dann selber, als er von Bilal El Khannouss auf links schön freigespielt wurde und letztlich flach rechts unten zum 3:0 einschob.

Unter dem Strich ist es für den VfB in Wolfsburg also nahezu optimal gelaufen. Die Mannschaft fuhr ohne frische Verletzte und mit drei Punkten heim – und musste dabei körperlich nicht mal ans Limit gehen. Das tut mit Blick auf die anstehenden englischen Wochen gut. Denn mit dem Europa-League-Spiel am Donnerstag (18.45 Uhr) bei Fenerbahce Istanbul sowie der Bundesliga-Heimpartie am nächsten Sonntag (17.30 Uhr) gegen den FSV Mainz geht es Schlag auf Schlag weiter.

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