Klaus Mangold hört auf Warum der Ex-Daimler-Vorstand nicht mehr Konsul sein will

Bekannte seit vielen Jahren: Ex-Konsul Klaus Mangold (links), Russlands Präsident Putin Foto: imago images/ITAR-TASS/Mikhail Metzel via www.imago-images.de

Eigentlich wollte er sein Amt behalten, um besser helfen zu können. Nun hört Klaus Mangold doch als russischer Honorarkonsul auf – wegen des Kriegs in der Ukraine.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Stuttgart - Der russische Honorarkonsul für Baden-Württemberg, der frühere Topmanager Klaus Mangold (78), tritt nun doch zurück. Gut eine Woche nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine teilte Mangold mit, er habe sich entschlossen, sein Amt „mit sofortiger Wirkung niederzulegen“. Das Honorarkonsulat in Stuttgart sei daher vom 15. März an geschlossen.

 

Mangold war seit 2005 Honorarkonsul der Russischen Föderation für den Südwesten. Seinen Rückzug nannte er „für mich persönlich schmerzlich“. Er habe sich „mit großer Leidenschaft“ für gute Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Russland sowie die Förderung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur eingesetzt. „Die aktuelle Entwicklung in der militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine macht mir die Fortführung meines Amtes unmöglich“, erklärte er in einer Pressemitteilung. Der russische Angriff auf einen souveränen Staat sei auch ein Angriff auf den Frieden in Europa und der Welt. Die damit einhergehende Verletzung des Völkerrechts sei nicht hinnehmbar. „Präsident Putin muss die Souveränität der Ukraine respektieren, alle Kampfhandlungen einstellen und schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, zunächst durch konstruktive Verhandlungen zu einem Waffenstillstand zu kommen, um damit wieder den Weg frei zu machen für Frieden in Europa“, betonte Mangold. Nur so könnten weitere Schritte der Aufrüstung beendet und weitere wirtschaftliche, soziale und politische Instabilität in Europa abgewendet werden. „Mein Mitgefühl gilt den betroffenen Menschen in der Ukraine und in Russland gleichermaßen“, fügte der Ex-Konsul hinzu.

Mangold kritisiert den Angriffskrieg scharf

Konsul in Hannover reagiert schneller

Der russische Honorarkonsul in Hannover, Heino Wiese, war bereits am Tag nach dem Angriff auf die Ukraine zurückgetreten. Dagegen hatte Mangold zunächst erklärt, im Amt bleiben zu wollen. „Ich glaube, dass die Arbeit in meinem Honorarkonsulat extrem wichtig ist im Hinblick auf zahlreiche Anfragen der Unternehmer aus Baden-Württemberg bezüglich der Betroffenheit von Sanktionen“, ließ er sich zitieren. Er könne aus dem Amt heraus mehr leisten und helfen, als es ohne möglich wäre. Dies gelte auch für humanitäre Unterstützung. Zuletzt war er deswegen verstärkt in die Kritik geraten, so von der Grünen Jugend im Land.

Unklar ist weiterhin, wie sich der russische Honorarkonsul in Nürnberg, Nikolaus Knauf, verhält. Er reagierte nicht auf eine Anfrage unserer Zeitung, seine Knauf-Firmengruppe erklärte sich für unzuständig. Die Webseite des Nürnberger Honorarkonsulats war zuletzt nicht mehr erreichbar.

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