Klaus Renz aus Stuttgart springt in Nordkorea ab Nur in der Luft fehlte der Aufpasser

Von Kameras umlagert: Klaus Renz nach seiner Landung in Nordkorea. Foto: Renz
Von Kameras umlagert: Klaus Renz nach seiner Landung in Nordkorea. Foto: Renz

Der Stuttgarter Fallschirmweltmeister Klaus Renz ist als erster Ausländer in Nordkorea abgesprungen, was im streng abgeschotteten Land für einen großen Presserummel sorgte. Immer waren zwei Aufpasser dabei – nur nicht in der Luft.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)
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Stuttgart - Der Himmel über Nordkorea hat sich ein Stück weit geöffnet. Als erster Ausländer durfte der Stuttgarter Fallschirmweltmeister Klaus Renz über dem asiatischen Staat abspringen, der sich abschottet vom Rest der Welt. Außergewöhnliche Sprünge sind für den 48-Jährigen, dessen Name im Guinnessbuch der Rekorde steht, schon lange nichts Neues mehr. Jetzt sind es die besonderen Ziele, die ihn reizen.

Mit drei Kollegen ist Renz nun gelungen, was Nordkorea zuvor keinem Ausländer erlaubt hat. In der Hafenstadt Wonson, mit 300 000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes, ist ein neuer Flughafen gefeiert worden. In einem russischen Mi8-Hubschrauber wurde dort das Quartett auf 3000 Meter Höhe geflogen. In der Formation sprangen die ausländischen Luftsportler ab. „Der Presserummel nach der Landung war enorm“, berichtet Klaus Renz.

Touristen sehen in Nordkorea nur die Glanzseiten

Was das im Land für Propagandazwecke verwendet habe, weiß der Stuttgarter nicht. „Wir haben uns als Botschafter des Fallschirmsports verstanden“, sagt er. Die Gruppe sei ständig von zwei Touristenführern begleitet worden, die klare Instruktionen gegeben hätten, wann man fotografieren durfte und wann nicht. Nur beim Absprung war kein Aufpasser in der Luft dabei.

Touristen sehen nur die Glanzseiten. „Wir wurden mit den Bussen nur auf den vorzeigbaren Straßen der Städte chauffiert“, berichtet der Fallschirmweltmeister und gibt sich keinen Illusionen hin: „Dass es nicht ­repräsentativ für dieses Land ist, was wir ­sahen, versteht sich von selbst.“ Dennoch freut sich Klaus Renz über einen kleinen Fortschritt: „Eine Air-Show war hier vor Jahren noch undenkbar.“




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