Kleinkunstpreis Baden-Württemberg Kleinkunstpreis geht ins Strohgäu

Von Benjamin Büchner 

Das Land Baden-Württemberg zeichnet den Comedian Ozcan Cosar beim Kleinkunstpreis mit dem Förderpreis aus. Nach Stefan Waghubinger 2011 ist er in wenigen Jahren der zweite Preisträger aus Korntal.

Özcan Coser wird mit dem Kleinkunstförderpreis des Landes ausgezeichnet. Foto: Privat
Özcan Coser wird mit dem Kleinkunstförderpreis des Landes ausgezeichnet. Foto: Privat

Korntal Münchingen - Er leitet ein Fitness-Studio, hat früher als Kellner gearbeitet, war mal Zahnarzthelfer und ist als Türke in Stuttgart aufgewachsen. Aus diesem Durcheinander hat der Comedian Özcan Cosar ein Bühnenprogramm gemacht, mit dem er durch ganz Deutschland reist – „Adam und Erdal – der Unzertrennliche“. Das Land hat Cosar dafür bei der Vergabe des Kleinkunstpreises mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Er ist nach Stefan Waghubinger 2011 der zweite Korntaler in drei Jahren, der die Auszeichnung erhält.

Cosar ist ein Quereinsteiger, der seine Karriere nie geplant hat. Aufgewachsen ist er in Stuttgart Zazenhausen und Hausen. Früher hat er als Zahnarzthelfer gearbeitet, sich nach der Ausbildung aber an einer Sportschule eingeschrieben, wo er staatlich anerkannter Sportlehrer wurde. Das Studium hat er sich in der Gastronomie verdient. Heute leitet er ein Fitness-Studio in Möhringen. „Hätte ich immer nur eine Sache gemacht, hätte ich nicht so viel zu erzählen“, sagt er.

In der Show stecken 100 Prozent Stuttgart

Schließlich ist sein Programm aus den Erfahrungen seines Lebens zusammengestellt. Es geht darin um Ökos, die mit der Stofftasche rauchend in der Kneipe sitzen und eine gesunde Bionade bestellen, um das Leben in der Berufsschule unter lauter Zahnarzthelferinnen und um das Verhältnis zwischen Deutschen und Türken. In seiner Show stecken „100 Prozent Stuttgart“, sagt Cosar. „Ich bin hier aufgewachsen, alles was ich in meinem Leben erlebt habe, kommt aus dieser Stadt“, sagt er.

In Korntal wohnt der 31-Jährige erst seit Mai 2012. Den Übergang hat er gar nicht so richtig mitbekommen, weil seine neue Heimat viel zu nah an der alten Hausen liege. Dementsprechend hat er auch erst spät erfahren, dass Korntal den Ruf hat, etwas zugeknöpft zu sein. Es ist ihm ziemlich egal: „Das hab ich gar nicht gewusst. Es stört mich aber auch nicht. Ich meine hey, jeder sein Ding.“

Wenn er die ersten Lacher hört, fällt die Angst ab

Den Spaß lässt er sich von verkrampften Leuten eh nicht verderben. Das ist die einzige Konstante in seinem Leben. Er sucht sich Dinge, auf die er Lust hat und macht sie einfach. Sein Lohn sind die tollen Erfahrungen, die er dabei sammelt. Die Folge: sein Terminplan ist inzwischen sehr voll. Neben seiner Arbeit im Fitness-Studio und dem Leben als Comedian spielt er noch im Stuttgarter Theaterhaus in dem Stück „Die 12 Geschworenen“ mit, tourt als Moderator durch Deutschland und gibt Kurse in einer Tanzschule. „Es geht alles, man muss es aber einplanen und man muss Lust darauf haben“ , sagt der Comedian.

Diese Botschaft vermittelt er auch in seinem Programm. Wobei er selbst bestreitet, überhaupt eine Botschaft zu haben. Ihm geht es nur darum, das Publikum mit seinen Geschichten zum Lachen zu bringen. Vor jedem Auftritt steht er hinter der Bühne und hat Angst davor, dass ihm das nicht gelingt. Bis zum ersten großen Lacher: „Wenn ich den habe, weiß ich, jetzt können wir zusammen Spaß haben.“

Den Punkt will er auch bei der Preisverleihung im Karlsruher Tollhaus am 11. April erreichen. In seinen Auftritt für die Gala will er vielleicht einige aktuelle Themen einfließen lassen, am liebsten aber was aus dem bestehenden Programm spielen.




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