Kleintierzüchter Statt in die Disco geht’s in den Kaninchenstall

„Bester Hahn“ und „hervorragendes“ Kaninchen: Max und Bianca Kreyska freuen sich über ihren Zuchterfolg. Foto: Brigitte Hess
„Bester Hahn“ und „hervorragendes“ Kaninchen: Max und Bianca Kreyska freuen sich über ihren Zuchterfolg. Foto: Brigitte Hess

Bianca und Max Kreyska züchten – wie schon ihre Eltern – Kaninchen, Hühner und Tauben bei den Oeffinger Kleintierzüchtern. Die Leidenschaft hat die beiden Geschwister bereits im Kindergartenalter gepackt. Bei der aktuellen Schau gab es Preise für sie.

Fellbach: Brigitte Hess (hes)
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Oeffingen - Namen geben sie ihren Kleintieren nicht – das wäre bei 100 Kaninchen, 40 Hühnern, 20 Tauben und sieben Enten auch schwierig. Was hoppelt und flattert, spielt im Leben der 24 und 22 Jahre alten Geschwister Bianca und Max Kreyska eine Hauptrolle.

Am Wochenende war Kleintierschau der Oeffinger Kleintierzüchter in der Turn- und Festhalle in Oeffingen. Die Preisrichter haben auch Tiere von Bianca und Max begutachtet: Ein Zwerghahn der Rasse New Hampshire goldbraun schnitt dabei als „bester Hahn“ ab. Das Kaninchen der Rasse Havanna wurde mit dem Gesamturteil „hervorragend“ bewertet.

Der Kleintierzüchter-Virus hat die beiden Geschwister bereits im Kindergartenalter gepackt. Schon die Eltern züchteten, und mit vier Jahren war Bianca Kreyska für ihre eigenen Rasse-Kaninchen verantwortlich. Frühestens mit sechs Jahren dürfen Kinder ihre Zuchttiere ausstellen – aber Bianca bekam wenige Tage vor ihrem sechsten Geburtstag eine Sondergenehmigung.

Generell macht Bianca Kreyska einen großen Bogen um Brathühnchen

Jeden Abend sind die Geschwister in der Anlage der Oeffinger Kleintierzüchter, rund zwei Stunden brauchen sie zum Füttern ihrer über 160 Tiere. Am Wochenende werden die Ställe gemistet. „Selbst wenn wir eigentlich krank sind, gehen wir noch in den Stall“, sagen sie. Zeit für Freunde und andere Hobbys bleibt da wenig.

Was so spannend an der Zucht ist? „Wir wollen seltene Rassen erhalten und ihre Merkmale weiterbringen“, sagen sie. Andere Züchter für ihre Rassen zu begeistern und damit dazu beitragen, dass „ihre“ Rassen nicht aussterben. Während früher schlicht zur Bereicherung des Speisezettels gezüchtet wurde, erreichen makellose Zuchttiere heute das Methusalem-Alter. „Ich bin froh für jedes Tier, das ich nicht schlachten muss“, sagt Max Kreyska. Kommt doch mal ein Suppenhuhn oder Kaninchen aus dem eigenen Stall auf den Tisch, vergeht den Geschwistern der Appetit: „Wir können unsere Tiere nicht essen“, sagen sie. Generell macht Bianca Kreyska einen großen Bogen um Brathühnchen.

Vor der Oeffinger Kleintierschau haben sie ihre Schönheiten herausgeputzt

In den seltenen und eher kurzen Urlauben der Kinderpflegerin und des im Einzelhandel Beschäftigten übernehmen Eltern oder Patenonkel die Versorgung der Tiere. Seit einigen Jahren haben die Geschwister ein weiteres Hobby: Das Kaninhop, bei dem die Tiere in einer bestimmten Zeit Hindernisse überspringen sollen. Bianca ist zweifache Deutsche Meisterin, 2016 gewannen die Geschwister an zwei Tagen hintereinander jeweils die Europameisterschaft. Nächste Woche starten sie mit ihren Kaninchen in Dänemark wieder bei der Europameisterschaft. „Unsere Kaninchen verstehen Befehle wie rechts, links, gerade oder hoch und weit“, sagt Bianca.

Vor der Oeffinger Kleintierschau haben sie ihre Schönheiten herausgeputzt: Krallen schneiden, Geschlechtsecken putzen, Fell bürsten und graue Haare herauszupfen. Beim Federvieh werden Füße, Schnäbel und bei den Hähnen die Kämme gereinigt und gefettet.

Unter den 20 Aktiven der 95 Mitglieder der Oeffinger Kleintierzüchter gibt es noch weitere junge Gesichter. „Unsere Mitgliederzahl geht zwar insgesamt langsam und stetig zurück, trotzdem begeistern sich immer wieder junge Menschen für dieses Hobby“, sagt der Vereinsvorsitzende Helmut Bronner.




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