Kleintierzüchter Weissach Auch Hühner können Europameister sein

Von Brunhilde Arnold 

Die Kleintierzüchter präsentierten mehr als hundert ihrer schönsten Jungtiere.

Hühner gibt es bei der Jungtierschau in Weissach reichlich zu sehen. Foto: factum/Weise
Hühner gibt es bei der Jungtierschau in Weissach reichlich zu sehen. Foto: factum/Weise

Weissach - So einen Hasen möchte ich haben“, sagt das kleine Mädchen, das an der Hand seiner Großeltern durch die Jungtierschau der Kleintierzüchter spaziert. „So einen mit den langen Ohren?“ Ja, genau, nickt die Kleine. „Das sind so richtige Streichelhasen“, sagt Marco Grafmüller, der Vorsitzende des Kleintierzüchtervereins Weissach. Bei den knuddeligen Tierchen handelt es sich um Zwergwidder, eine von zahlreichen Rassen, die die Züchter bei der Jungtierschau präsentieren. Grafmüller ist mit einem Kaninchen der Rasse Farbenzwerge vertreten. Der Preisrichter, den der Verein für jede Tierart engagieren muss, hat den kuscheligen Zwerg mit der Note „sehr gut“ bewertet.

Hühner in allen Farben und Größen

Einige Hühner von Weissacher Züchtern sind schon Europameister geworden, ergänzt Grafmüller. Denn die Züchter gehen mit ihren Tieren nicht nur kreis-, landes- und bundesweit auf Wettbewerbe, sondern sind sogar international unterwegs. Das Ziel der meisten Züchter sei es, „das beste Tier auszustellen“, erklärt Marko Grafmüller. Das bedeutet, dass es möglichst nahe an einen vorgegebenen Standard herankommen soll.

Vor allem Hasen und viele Hühner in allen Farben, Formen und Größen sind im großen Saal des Vereinsheims gegenüber der Heckengäusporthalle zu sehen. „Wir machen die Ausstellungen in erster Linie für die Öffentlichkeit“, sagt Marco Grafmüller. Gebe es doch immer mehr Kinder, die kaum ein Huhn oder ein Kaninchen in natura sehen können. Und in der Tat kommen selbst an diesem regnerischen Samstagnachmittag Familien mit Kindern, die mit großen Augen vor den insgesamt 115 Käfigen stehen und das Federvieh, vor allem aber die Kaninchen, bestaunen.

Auch einige Tauben sind mit von der Partie. Wobei die Taubenzucht zurückgegangen sei und keine so große Rolle mehr im Verein spiele, sagt Grafmüller. Diejenigen, die aber gezeigt werden, sind Rassetauben und in keiner Weise zu vergleichen mit denen, die sonst so in den Städten unterwegs und nicht selten eine Plage sind. Die Zuchttauben mit so fantasievollen Namen wie Indianer gelb fliegen meist auch nicht frei umher, sondern leben in Volieren bei ihren Züchtern, erklärt der Vereinschef.

Dem Verein fehlt der Nachwuchs

Geflügel züchten könne übrigens jeder, da gebe es keine Beschränkung. Für die Kaninchenzucht benötigt man eine Einweisung im Umgang mit den Tieren. Doch die wird immer seltener fällig, denn es fehlt dem Verein – wie manch anderen auch – an Nachwuchs. „Das Interesse ist rückläufig“ sagt Marco Grafmüller bedauernd. Und es sind sicher nicht nur die Kosten, die dieses Hobby mit sich bringt, für Futter, Einstreu, Heu, fällige Impfungen und eventuell für die Miete von einem der vierzehn Ställe, die dem Verein gehören. Schließlich kann nicht jeder Hühner im heimischen Garten halten. Sondern es ist auch die Zeit, die investiert werden muss.

Umso wichtiger sind für den rund 130 Mitglieder starken Verein die Veranstaltungen, etwa der Ostermarkt, wo so manches Kaninchen den Besitzer wechselt, so Grafmüller. Oder die Jungtierschau im August und die große Lokalschau, die dieses Jahr am 21./22. Oktober stattfindet. Übrigens werden im Herbst auch die Kleintierzüchter-Kollegen aus Heimsheim mit ihren Tieren dabei sein, die ebenso wie die Weissacher zum Kreisverband Leonberg gehören. „Dann wird es bei uns in der Halle richtig voll werden“, freut sich der Weissacher Vereinsvorsitzende heute schon.




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