„Klima der Angst“ Gemeinderäte kritisieren Radolfzeller Oberbürgermeister

Von red/dpa/lsw 

Die CDU-Fraktion veröffentlichte auf ihrer Facebookseite einen offenen Brief. Darin kritisieren Gemeinderäte den Oberbürgermeister Martin Staab scharf.

In Radolfzell herrscht Unmut zwischen Mitgliedern des Gemeinderats und dem Oberbürgermeister. Foto: Radolfzell Tourismus
In Radolfzell herrscht Unmut zwischen Mitgliedern des Gemeinderats und dem Oberbürgermeister. Foto: Radolfzell Tourismus

Radolfzell - In einem offenen Brief haben Gemeinderäte der Stadt Radolfzell am Bodensee deutliche Kritik an Oberbürgermeister Martin Staab (parteilos) geäußert. Es herrsche ein Klima der Angst und des Misstrauens in Teilen der Verwaltung, hieß es in dem Schreiben, das unter anderem auf der Facebookseite der CDU-Fraktion veröffentlicht wurde. So würden etwa unliebsame Mitarbeiter dazu gedrängt, zu kündigen oder eine andere Arbeit zu übernehmen. Über die Vorwürfe hatten zuvor unter anderem der „Südkurier“ und der SWR berichtet. Staab wies die Kritik in einer öffentlichen Stellungnahme zurück.

Zwar sei der Arbeitsdruck auf die Mitarbeiter der Verwaltung aufgrund verschiedener Einflussfaktoren, wie sie in der gesamten Arbeitswelt zu spüren seien, in den letzten Jahren gestiegen, schrieb der Oberbürgermeister. „Dennoch sind die Anschuldigungen im offenen Brief für die Verwaltung nicht nachvollziehbar - genauso wenig, wie die Tatsache, dass mit dieser Veröffentlichung vertrauliche Informationen und Personalangelegenheiten an die Öffentlichkeit gegeben wurden.“ Nach einer Mitarbeiterbefragung seien zudem Maßnahmen ergriffen worden, um offene Punkte zu verbessern.

Der Brief der Gemeinderäte ist neben den Mitgliedern der CDU-Fraktion auch von weiteren Räten unterschrieben worden, etwa von der Freien Grüne Liste. Insgesamt unterzeichneten 14 von 26 Gemeinderäten der Stadt das Schreiben, in dem unter anderem ein deutlicher Kurswechsel in der Personalführung gefordert wird, „damit das Vertrauen der Bürgerschaft und des Gemeinderates und nicht zuletzt so vieler Mitarbeitenden wieder wachsen kann.“