Klima in Stuttgart Stadt sichert die Frischluftzufuhr

Frischluftschneisen sollen erhalten bleiben. Foto: Steinert
Frischluftschneisen sollen erhalten bleiben. Foto: Steinert

Der Rahmenplan Halbhöhe schützt die grünen Hänge in Stuttgart. Von dort soll frische Luft in den dämpfigen Kessel gelangen.

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Stuttgart - Nach vier Jahren haben die Stadträte im Ausschuss für Umwelt und Technik am Dienstag eine Zwischenbilanz über den 2007 verabschiedeten Rahmenplan Halbhöhe gezogen. Dieses planerische Instrument bildet seither die Grundlage für Bauherren, Architekten und Stadtplaner, um die klimatisch sensiblen Hangbereiche und die von dort in den dämpfigen Talkessel Stuttgarts führenden Frischluftschneisen dauerhaft zu sichern. Bei nicht zu lösenden Konflikten mit Bauherren muss der Gemeinderat in der Sache politisch entscheiden.

"Wir sind recht erfolgreich unterwegs", erklärte Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) den Stadträten. Die meisten Konflikte mit Bauwilligen konnten bereits beim ersten Gespräch beigelegt werden. "Die Bauwilligen besinnen sich meistens rasch und sind dann auch dafür, eine oder zwei Stufen kleiner zu bauen." Inzwischen gebe es für die besonders klimasensiblen Hanglagen so gut wie keine Bauanfragen mehr. Offensichtlich habe es sich bereits herumgesprochen, dass die Stadt in dieser Zone aus klimatischen Gründen so gut wie keine Bauten mehr zulasse.

"Von 2008 bis heute wurden in den geschützten Bereichen der Halbhöhe 32 neue Gebäude errichtet", erklärte der Stadtplaner Uwe Stuckenbrock. Außerdem habe es 49 Bauanträge gegeben. Alle Projekte seien von der Stadt sorgfältig und restriktiv behandelt worden. Von elf nicht mehr zu dem Rahmenplan passenden Bebauungsplänen seien inzwischen vier geändert worden.

Maßnahmen zum Erhalt der Frischluftschneisen

Bei den übrigen sieben bestehe keine Eile, weil es sich um städtische Grundstücke handele, so Stuckenbrock. Der Stadtplaner sieht aber trotzdem noch Handlungsbedarf in Sachen Rahmenplan. Wenn es einem Investor gelinge, mehrere nebeneinander liegende Halbhöhengrundstücke zu erwerben, dann könnten darauf "bis zu 30 Meter lange Gebäude" entstehen.

Zum Schutz der Frischluftschneisen sieht der Rahmenplan mehrere Qualitätsbereiche vor. Elf klimatisch besonders sensible Grünzonen mit einer Fläche von 20 Hektar sollen durch den Plan dauerhaft vor Veränderungen geschützt werden. In der etwa 650 Hektar großen Stufe 1 werden hohe Anforderungen an Bauvorhaben gestellt. Es ist vorrangig zu prüfen, ob eine Änderung des Bebauungsplans notwendig ist, um Freiflächen zu erhalten. In der Stufe 2, die ein Gebiet von etwa 370 Hektar umfasst, sind die Bau- und Umweltauflagen nicht ganz so streng.




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