Klimaschützer kritisieren Scholz Der Vergleich des Kanzlers ist höchst problematisch

Olaf Scholz bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Katholikentags in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Olaf Scholz’ Aussagen über Klimaaktivisten sind problematisch. Der Kanzler sollte sich der Debatte stellen, kommentiert unsere Autorin Hanna Spanhel.

Ob so gemeint oder nicht: Dass Olaf Scholz Protestaktionen von Klimaaktivistinnen und -aktivisten in den Zusammenhang bringt mit Aktionen von faschistischen Gruppen, ist höchst problematisch. Vergleiche zwischen Nazis und Klimaaktivisten sind gerade in rechten Milieus und unter Klimaleugnern sehr verbreitet – ein Bundeskanzler sollte sich solche Verdrehungen nicht zu eigen machen.

 

Die spontane Aussage von Olaf Scholz zeigt indes, wie dieser über all jene denkt, die sich mit Vehemenz für mehr Klimaschutz einsetzen. Keine Frage: Man kann darüber diskutieren, ob die heftigen Störaktionen nerven oder zu drastisch sind – und ob sie der Sache, dem Klimaschutz, wirklich dienen. Inszenierung zum Selbstzweck aber sind sie gewiss nicht. Viele Menschen machen sich angesichts der Klimakrise große Sorgen, und das mit gutem Grund. Diese Sorgen als Schauspiel abzutun ist abgehoben und empathielos. Der selbst ernannte Klimakanzler sollte begründete Sorgen aufgreifen. Würde er die Klimakrise ernst nehmen, würde aktivistischen Störaktionen der Wind aus den Segeln genommen. So aber trägt Scholz zu erhitzten Gemütern auf allen Seiten bei.

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